folter.de
August 3rd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
„Wir könnten ihm kochendes Wasser auf den Rücken gießen. Das erzielt oft die gewünschten Resultate.“
„Ach.“ Jim Beam winkte ab. „Oldfashioned!“
„Und was hältst du davon, ihm einen Finger nach dem anderen zu brechen?“
„Oder abschneiden“, schlug Lucky vor.
„Ist natürlich ne Riesensauerei“, gab Willy Kaiser zu bedenken.
„Jungs, guckt doch mal auf folter.de, was wir da noch machen könnten“, befahl Jim Beam, sich aus seinem Boss-Sessel erhebend. „Was so die Trends sind, international.“
„Torture.com ist auch oft hilfreich“, krähte Lukas.
Jim Beam nickte ihm zu.
„Wir treffen uns in einer Stunde noch mal zur Abstimmung. Dann will ich ein paar praktikable Vorschläge haben.“
Seine Handlanger gingen ab, und Jim Beam ließ sich wieder in seinen fetten Sessel gleiten. Mit den Spitzen seiner Zeigefinger massierte er seine Schläfen. Er war stumpf und grau geworden in diesem Job. Nicht, dass es nicht Spaß machte, Menschen zu quälen. Früher war das sein hier Traumjob gewesen, und wenn die Faszination natürlicherweise im Laufe der Jahre nachgelassen hatte, konnte er immer noch nicht klagen. Er hatte das Erbe von Izzy „Brutal“ Ono antreten wollen, und das hatte er getan. So, wie es heute um ihn stand, hatte er es sich ausgesucht.
Und trotzdem. Müde schwenkte er herum, sein Blick wanderte fast sehnsüchtig zum Fenster hinaus, dorthin, wo die Skyline Frankfurts hohe Wellen schlug.