Tod

August 4th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Es sei nun einmal so, beschied ihn Gangbang Joe, niemand könne darüber wirklich richten. Tony sei pervers. Aber Hamburg sei eh eine perverse Stadt. Die meisten Leute hier lebten in Angst. Graue, zittrige, eingefallene Menschen. Schon morgens in der U-Bahn, auf dem Weg ins Büro, eine Atmosphäre zum Schneiden, ein unerträglicher Gestank in der Luft, ein Miasma der Panik. Auch eimerweise Parfüm vermöge diesen Geruch nicht zu übertünchen. Auch das manische Dauerlächeln der Hamburger täusche keine Sekunde über die nackte Verzweiflung all dieser Bodenlosen hinweg. Und jetzt gebe es halt diesen „perversen Todesengel“, um die MoPo zu zitieren.
Tony.
Georg trat ans Fenster. Er fühlte sich grau, in dem dünnen Licht des Morgens, wie erbrochen. Asche.
Ja, Tony, sagte Gangbang Joe. Und? Wenn nicht Tony, dann ein anderer. Denen tue man doch einen Gefallen, wenn man sie umbrächte, diese feigen Hosenscheißer.

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