Lies es LAUT!
August 23rd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Moment mal. Sie sind wer? Und Sie wollen WAS?
- Mein Name ist Peter Groß, und ich bin der Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Berlin-Weißensee. Und ich wollte einmal bei Ihnen anfragen, Herr Macha, ob Sie nicht Lust hätten, in unserem Gemeindezentrum einmal aus Ihrem Buch zu lesen? Aus dem, na, Dings, Ihren, wie war noch gleich der genaue …
- Aus den HOHLKÖRPERN?
- Ja, eben! Ganz recht! Die HOHLKÖRPER. Mein alter Freund Friedemann Selb …
- Friedemann Selb? Den Namen kenn ich doch …
- Mein Glaubensbruder Friedemann hat mir Sie und Ihr Werk wärmstens empfohlen. Er meinte, eine Begegnung mit Ihren Ideen und Gedanken sei immer eine Bereicherung, auf jeden Fall, sowohl in spiritueller Hinsicht als auch in, wie soll ich sagen …
- Sie meinen, in ernährungswissenschaftlicher Hinsicht?
- Haha! Das sagte Friedemann mir schon, der kennt Sie ja noch aus der Schule!
- Das stimmt.
- Friedemann sagte, Peter, sagte er, der Macha, nimm dich bei dem in Acht – der ist ein Zyniker!
- Ein Zyniker, so.
- Im guten Sinne. Im menschlichen Sinne.
- Freut mich natürlich zu hören … Haben Sie denn mal rein gelesen in meinen Roman? Zufälligerweise?
- Nein, ich selbst hatte noch keine Gelegenheit dazu! Aber Friedemann, der hat Ihren Roman regelrecht VERSCHLUNGEN, wie er selbst gesagt hat. Zumindest die ersten Kapitel.
- Und den Rest? Den fand er langweilig, oder wie?
- Aber nein, gar nicht! Es ist ja nur so, dass auch wir in unserem seelsorgerischen Beruf die eine oder andere Verpflichtung haben, die uns zeitlich, wie soll ich sagen …
- Sie kommen nicht zum Lesen? Wie alle anderen Menschen auf diesem Planeten auch?
- Viel zu selten, Herr Macha, viel zu selten! Und deswegen fand ich ja auch die Idee spontan so schön, dass Sie bei uns aus Ihrem Roman lesen. Das wäre ja auch für mich gewissermaßen eine Gelegenheit, mich mit Ihrem Werk vertraut zu machen. Das wäre so sinnreich, wenn ich mich einmal so ausdrücken darf …
- Und Sie wollen also, dass ich in Ihrem Gemeindezentrum lese?
- Ja! Sie werden sehen, wir haben hier einen sehr gemütlichen Raum, auch geräumig, wir bringen hier eine schöne Schar von Hörhungrigen unter, von Worthungrigen! Überdies wird im Gemeindesaal mittwochs immer die Gemeindebücherei abgehalten, es gibt hier also sehr wohl so etwas wie einen literarischen Geist …
- Na, das klingt allerdings alles sehr verlockend, Herr Groß. Und finanziell? Wie sieht’s da aus? Was können Sie mir denn anbieten?
- Ja, Herr Macha, wenn ich Sie fragen darf: Haben Sie eine Bahncard?