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September 3rd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Thomas Gottschalk, Moderator von „Wetten, dass … ?“, besuchte meine Seele heute Nacht. Er hatte eine Königskobra dabei, ein Riesenvieh. Damit vollführte er einen Trick, mit dem man ihn definitiv auch dann in seine Sendung gelassen hätte, wenn er nicht ohnehin seit Urzeiten der Gastgeber wäre.
Er stopfte sich nämlich das kinderarmgroße Reptil in sein rechtes Auge. Keine Ahnung, wie er das anstellte! Aber das Tier verschwand Stück für Stück im Kopf des weiterhin munter quasselnden Showgiganten. Am Ende hing nur noch ein Zipfelchen aus der Augenhöhle heraus, wie die Schnittstelle einer Wurst.
An diesem Zipfelchen die Giftnatter langsam und vorsichtig wieder hervorziehend, vollbrachte Gottschalk dann den zweiten und, wie mir schien, eigentlich riskanteren Teil seines Kunststücks. Die Frage war doch: Was, wenn die Kobra sich am Ende doch noch entschloss zuzubeißen? Wenn sie das Gehirn erwischte oder in letzter Sekunde ihre weißen Mörderzähne in den menschlichen Augapfel rammte?
War es nicht möglich, dass die Begegnung im Dunkeln mit dem medial erhitzten Gehirn sie aufgestachelt hatte?
Ganz ruhig holte der TV-Mann jedoch die Schlange zurück und hörte nicht auf zu plaudern, was ihm dadurch erleichtert wurde, dass der Fremdkörper während des Aufenthalts in seinem Kopf einiges an Masse gelassen hatte und nun merklich dünner war als auf dem Hinweg – eher Blindschleiche denn Berufskiller!
Dass trotzdem mit dem Biest nicht zu spaßen sei, bewies die letzte Sekunde der Begegnung von Showman und Schlange: Gottschalk RISS nämlich, als hätte er sich insgeheim mit ähnlichen Bedenken getragen wie ich, völlig unerwartet die Schrumpfkobra mit einem heftigen Ruck aus seinem Kopf und knallte sie unbarmherzig in die Studioecke, als wäre er doch verdammt froh, dieses Rendezvous heil überstanden zu haben.
Und plauderte noch ein Weilchen.
Danke. Das war’s.