Mit Göring im Sessel
September 10th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Auf diesem Foto trage ich einen Schal. Auf diesem … ach, das ist irgendwo in Venedig, nicht so wichtig. Auf diesem hier sitze ich in einem Sessel – übrigens in demselben, in dem Göring gesessen hat, als das Unternehmen Barbarossa losging. Kannst du dir das vorstellen? Hermann Göring? Er saß in diesem Sessel, als das Telefon klingelte und der Führer höchstpersönlich ihn darüber unterrichtete, dass er seine Panzer in Richtung Ural auf den Weg gebracht habe. Unglaublich, wenn man darüber nachdenkt. Weltgeschichte in Aktion, oder? Ich hab das Telefon mit eigenen Augen gesehen! Übrigens eine skurrile Type, der Göring, sehr … pittoresk. Wusstest du, dass er morphiumsüchtig war, weil man ihm beim Marsch auf die Feldherrnhalle in die Eier geschossen hat? Also, in die Hoden? Gegen die ungeheuerlichen Schmerzen half nur Morphium, und dem ist er treu geblieben. Man lernt nicht aus, oder? Auf diesem Foto spiele ich einen Kommissar, den Hauptkommissar Florian Edel vom BKA. Das da hinten, der Schäferhund, ist mein Filmpartner. Ein psychologischer Krimi mit Hannelore Elsner, eine großartige Kollegin. ARD-Produktion, in Koproduktion mit France 2. Über einen sadistischen Frauenmörder in Stuttgart. Sehr einfühlsam, sehr … sie unterstützt einen phantastisch beim Dreh. Wirklich, muss ich sagen. Das erlebt man nicht alle Tage. Eine großartige Kollegin – und eine große Schauspielerin. Mir hat sie immer Ingwertee an den Set mitgebracht, in einer Thermoskanne. Sie hat übrigens selbst einen Hund, wusstest du das? Einen Golden Retriever namens … hab ich vergessen. Irgendein italienischer Name, oder spanisch. Wir hatten viel Spaß bei den Dreharbeiten. Und das hier ist Hitler. Also, das bin ich, als Hitler. So muss man es natürlich sagen, auch wenn die Ähnlichkeit mich selbst frappiert. Jedes Mal wieder bin ich aufs Neue verblüfft, wenn ich auf diese Bilder stoße. Hitler, denke ich als erstes, und dann erst kapiere ich: Nee, das ist nicht Hitler, das bin ich! Dieser Film hat mein Leben verändert. WIR FOLGEN DIR. Ein Meilenstein. Hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Danach war nichts mehr wie vorher. Wenn ich Amerikaner wäre, ich garantiere dir, ich hätte den Oscar bekommen, nicht dieser verwilderte, talentlose Breitwandkomiker. Aber das war natürlich undenkbar! Ein deutscher Schauspieler, der als Adolf Hitler in einem deutschen Film den Oscar bekommt – undenkbar! Das wäre so gewesen, als hätten wir den Zweiten Weltkrieg doch noch gewonnen. Und das im Herzen Amerikas, in Hollywood.