Ich habe Spaß an der Zerstörung
September 24th, 2010 § 6 Kommentare
- Robert Mattheis, „Hohlkörper“ liest sich wie ein Buch, wenn ich ehrlich sein darf …
- Dürfen Sie natürlich nicht!
- … als hätten Sie es als 1000-Seiter geschrieben und dann auseinandergerissen und auf völlig andere Art neu zusammengestückelt. Täuscht dieser Eindruck?
- Ich hab natürlich auch Unmengen weggeworfen. Wie viele Seiten sind es jetzt?
- 220, ungefähr.
- Also hab ich 780 Seiten Manuskript in den Papierkorb geworfen!
- Aber das war wirklich Ihr Verfahren, ja?
- Die Methode hat mir William S. Burroughs gezeigt. Er nannte es „Cut up“.
- Sie meinen, der „Naked Lunch“-Burroughs?
- Bill Burroughs, genau.
- Den kannten Sie persönlich?
- Ich war 1991 in Tanger. Oder warten Sie: Das war 1992.
- Und dort haben Sie William S. Burroughs getroffen? Den Kultautor, den „Junkie“?
- Ich hab einfach Spaß an der Zerstörung, verstehen Sie?
- Was ist die Message Ihres Romans?
- Für Ihre Leser, in einem Satz?
- Und für Ihre Leser, ja.
- Für meine Leser gibt’s leider keine Message, Sorry. Die müssen sich an den Roman halten.
- Okay. Dann für unsere Leser, für die Leser des Blogozentrikers.
- Kauft euch lieber CDs.
- Das ist die Message?
- Absolut.
- Aber heute kauft kein Mensch mehr CDs.
- Was? Nicht? Was kaufen die Leute dann?
- Na ja, Klamotten.
- Dann lautet die Message: „Kauft euch lieber Klamotten.“
- Das ist ernst gemeint?
- Aber sicher. Klamotten braucht man doch immer, oder?
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Tagged:Cut-up-Methode, Medium, Message, NAKED LUNCH, William S. Burroughs
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Hä?
Wieso hä?
Na ja … was denkst Du wohl, was der Verlag von diesem Mattheis dazu sagt?
Ach so, das war gemeint. Der würde es, wenn überhaupt, wohl nur gegen Entgelt dulden.
Na ja, ich wäre von selbst auch nicht auf diese Idee gekommen…
[...] Realität gemein, aber mir gefällt SstM-57 besser. Jedenfalls: Der berühmte Mann hat sich bereits an anderer Stelle zu äußern begonnen, aber sein Wort wurde beschnitten, besser: abgeschnitten, und das, Sie erraten es, ist dem Leser [...]