Tonbandmitschnitt

Oktober 29th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Zunächst schreibe ich ein paar Wörter auf einen Zettel. RACHE, HASS, ANJA. Um jetzt nur mal drei, ganz beliebig, das platzt so aus mir heraus. Das kann ich nicht kontrollieren. Ich WILL’S ja natürlich auch gar nicht kontrollieren! Das wäre ja das Allerschlimmste, wenn ich DAS kontrollieren könnte! Dann wäre ich ja krank im Kopf! Dann wäre ich ja wirklich der ALLERKRANKESTE MENSCH auf diesem schönen Erdboden!
Hahaha.
Okay.
Die Wörter sind also da, auf dem Papier. Meist benutze ich einen Kugelschreiber, was Billiges, vom Supermarkt, von der Tanke. Was Billiges, Wegwerf … Wegwerfware. Auch das Papier, gern nehme ich was, das schon beschrieben ist, auf einer Seite. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Flüchtige Verbindung

Oktober 29th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Das klingt aber wirklich dramatisch!
- Ach, Bob Macha winkt ab. Das waren doch bloß ein paar Pitbulls. Halb so wild!
- Aber Sie waren ja nackt!, ruft die brünette junge Frau aus. Und ganz allein! In Eis und Schnee! Mitten in der Nacht!
- Das war etwas unangenehm, zugegeben. Zumal ich seit Tagen hohes Fieber hatte. Aber na ja.
Bob Macha nippt an seinem Flachmann und schaut aus dem Wagenfenster.
Die hübsche junge Frau macht ganz große runde dunkelbraune Rehaugen:
- Und geschossen hat man auch auf Sie! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Yorick_X!

Oktober 29th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Neulich habe ich einen Buchtitel gelesen, der auch als Slogan funktionieren würde: „Buddhismus – Religion ohne Gott.“ Mit diesem Versprechen wird jede Religion zum Hit.
- Gott beunruhigt viele Menschen?
- Gott ist die große Beunruhigung. Stellen Sie sich vor, Nietzsche hat sich geirrt, und der alte Herr lebt! Was dann? Dann sind wir alle dran, früher oder später. Oder?
- Ist Nietzsche deswegen so populär? Weil er eine letzte Hoffnung darstellt? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Poppapa

Oktober 28th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Da wird dann schon wieder versucht, hier im Blogozentriker, Pop-Feuilleton zu machen. Ansagen zu machen. Den Ton vorzugeben. Da kraxelt wieder so ein Spast auf die Kanzel der Massenmanipulation und gibt seinen Quark zum Besten. Und alle fragen sich: „Was soll denn die Scheiße? Wer ist denn nur dieser Typ, dass der hier so auftextet? Kann der nicht mal halblang machen?“ Tritt mal auf die Bremse, das rieten ihm auch die engsten Kumpels. Blogo, hau einfach mal den Leerlauf rein! Die machten sich Sorgen, dass der Blogo, aka Bob, sein ganzes Renommee, immerhin hart erarbeitet über harte Jahre, einfach so in Rauch aufgehen ließ. Durch den Kamin jagte, wie ein drogensüchtiger Start-up-Millionär seine Start-up-Millionen durch die Nase zieht. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Ausweg

Oktober 28th, 2010 § 2 Kommentare

„Okay, das werd’ ich gleich mit denen besprechen …“
Plötzlich fiel Bob Macha auf, dass er den Hörer längst aufgelegt hatte; sein Kurzzeitgedächtnis war sich halbwegs sicher, dass der Gesprächsabbruchvorgang zwischen den Wörtern „das“ und „werd’“ erfolgt sein musste. Vollkommen unbewusst. Positiv formuliert: eine Bauchentscheidung. Old School: eine Freud’sche Fehlleistung.
Er starrte zu Georg hinüber, der sich mal wieder schwarz ärgerte, weil jemand eine wirklich gute, geile, geniale Marketingidee gehabt hatte.
Georgs Gesicht schien sich zu einer Faust zu ballen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

GEnIaLE Idee

Oktober 27th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der junge Mann schaut nicht gerade glücklich aus der Wäsche.
„Ich weiß nich“, sagt er, leicht verzweifelt. „Vielleicht haben wir da doch unsere Seele verkauft? Auf jeden Fall unseren Arsch? Oder, Bino? Was meinste?“
Der Angesprochene, ein ausgebildeter Jazz-Schlagzeuger und zur Zeit an der Pop-Akademie in Mannheim eingeschrieben, ein blonder, schlaksiger Hüne, wirkt ebenfalls ratlos.
Sehr ratlos.
„So ganz mein Ding ist diese Musik nicht“, sagt er endlich. „Nee. Elektro-Hip-Hop.“
„Das ginge ja noch“, platzt es jetzt aus dem Ersten heraus. „Aber Plattdeutsch?“ « Den Rest dieses Eintrags lesen »

poetolog

Oktober 26th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Das, was Texte so dumm macht in aller Regel, ist ihre Monoproduziertheit. Der Text reduziert sich im Endeffekt auf eine glatte Eins. Klar, zwei Gehirnhälften sind dran beteiligt. Zwei Augen. Mitunter zehn Finger. Aber doch nur ein Gehirn. Nur eine Weltanschauung, eine Konstruktionsweise der Realität. So entstehen Texte. Monologisch, einsinnig, fade. Das, was Filme so lebendig macht, nämlich die Beteiligung zahlreicher Produzenten (von den Beleuchtern bis zu den Kleindarstellern, die im Hintergrund die Straße überqueren), fällt bei Literatur komplett aus. Es gibt den ganzen wuseligen Hintergrund des vordergründigen Geschehens nicht. Stattdessen: « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Den falschen Knopf gedrückt

Oktober 26th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Er räuspert sich, verändert seine Lage im Sessel infinitesimal, rollt eine Haarsträhne um seinen Zeigefinger.
Ihm fällt nichts ein.
Nicht, dass ihn das aufregte.
Wenn ihm nichts einfällt, fällt ihm nichts ein.
Zwar rennen draußen die Mitarbeiter des Präsidenten aufgeregt über den Flur. Durch das Panzerglas kann er sie beobachten, ihr Hin und Her. Aber niemand wagt, zu ihm in den Programmiererraum zu kommen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Bergs Talfahrt

Oktober 25th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Als zöge Attila Berg seinen Blick ganz tief aus seinen Eingeweiden heraus, so verzögert erreicht dieser die Augen des Doktors.
Doktor Weinheimer.
Der Arzt blickt ernst, dabei nicht unfreundlich. Still.
Er hat seinen Kopf leicht schräg gelegt. Nach links. Aus Attila Bergs Perspektive.
Es fühlt sich an, als bewegten seine Lippen sich autonom, als Attila Berg jetzt antwortet. Als wäre ich ein Anderer, denkt Attila Berg. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Dieser Idiot von einem Roman

Oktober 21st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn ich lese, was z. B. auf amazon.de als Klappentext über HOHLKÖRPER steht, werde ich regelrecht wütend, obwohl ich es selbst verzapft habe. Weil ich es selbst verzapfen musste! Ein solcher Marketingtext versucht ja nicht etwa, den Roman einzuordnen. Er versucht, den Nutzwert für den Leser offen zu legen. An einem solchen Nutzwert ist mir aber in keiner Weise gelegen. Im Gegenteil. Was soll denn ein Roman, ein Erzeugnis der Unterhaltungskultur, für einen Nutzwert haben? Im Laufe meiner Berufserfahrungen hat sich in mir ein veritabler Widerwille gegen jede Art von Nutzwertdenken eingenistet. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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