Den falschen Knopf gedrückt

Oktober 26th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Er räuspert sich, verändert seine Lage im Sessel infinitesimal, rollt eine Haarsträhne um seinen Zeigefinger.
Ihm fällt nichts ein.
Nicht, dass ihn das aufregte.
Wenn ihm nichts einfällt, fällt ihm nichts ein.
Zwar rennen draußen die Mitarbeiter des Präsidenten aufgeregt über den Flur. Durch das Panzerglas kann er sie beobachten, ihr Hin und Her. Aber niemand wagt, zu ihm in den Programmiererraum zu kommen.
Wenn du es bist, der ihn vom rettenden Einfall abhält – nicht auszudenken!
Sie strömen an ihm vorbei, an seiner zentralen Zelle, in der er sitzt und sich nichts einfallen lässt. Weil man es nicht erzwingen kann. Einfälle kommen, Einfälle gehen. Manchmal kommen sie eben auch nicht. Dann müssen sie auch nicht gehen.
So einfach ist die Welt.
Ein oder aus. 1 oder 0.
Im Augenblick 0.
Und wenn es dabei bleibt, bleibt’s auch insgesamt dabei. Die ganze Welt wird dann auf 0 gestellt, in absehbarer Zeit. Die Bomben werden gestartet, Atompilze werden aus den Kontinenten sprießen.
Ihm ist’s egal.
Er ist hier nur der Programmierer.
Sein Job ist es, den Fehler des Präsidenten auszubügeln.
Aber ihm fällt nichts ein.

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