poetolog

Oktober 26th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Das, was Texte so dumm macht in aller Regel, ist ihre Monoproduziertheit. Der Text reduziert sich im Endeffekt auf eine glatte Eins. Klar, zwei Gehirnhälften sind dran beteiligt. Zwei Augen. Mitunter zehn Finger. Aber doch nur ein Gehirn. Nur eine Weltanschauung, eine Konstruktionsweise der Realität. So entstehen Texte. Monologisch, einsinnig, fade. Das, was Filme so lebendig macht, nämlich die Beteiligung zahlreicher Produzenten (von den Beleuchtern bis zu den Kleindarstellern, die im Hintergrund die Straße überqueren), fällt bei Literatur komplett aus. Es gibt den ganzen wuseligen Hintergrund des vordergründigen Geschehens nicht. Stattdessen: Monomanie, die allzu oft in Größenwahn (Megalomanie) umschlägt. Der Autor, ein Gott. Er schaltet und waltet mit seinem scherenschnittartigen Personal (Detlev, seit 22 Jahren bei der bayerischen Versorgungskammer angestellt, keine Kinder, aber einen großen Kinderwunsch) ganz nach Belieben (trifft eine junge Indonesierin, verliebt sich in sie und bringt sie am Ende um. Aus). Und dann ist ein Text auch einmal geschrieben, und ist er einmal geschrieben, hat er in dieser Form Bestand. Wird dann höchstens noch zum Zankapfel der Philologen, die sich fragen, was zuerst da war, die Streichung des besseren Einfalls oder das Hinschreiben des miesen.

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