Tonbandmitschnitt
Oktober 29th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Zunächst schreibe ich ein paar Wörter auf einen Zettel. RACHE, HASS, ANJA. Um jetzt nur mal drei, ganz beliebig, das platzt so aus mir heraus. Das kann ich nicht kontrollieren. Ich WILL’S ja natürlich auch gar nicht kontrollieren! Das wäre ja das Allerschlimmste, wenn ich DAS kontrollieren könnte! Dann wäre ich ja krank im Kopf! Dann wäre ich ja wirklich der ALLERKRANKESTE MENSCH auf diesem schönen Erdboden!
Hahaha.
Okay.
Die Wörter sind also da, auf dem Papier. Meist benutze ich einen Kugelschreiber, was Billiges, vom Supermarkt, von der Tanke. Was Billiges, Wegwerf … Wegwerfware. Auch das Papier, gern nehme ich was, das schon beschrieben ist, auf einer Seite. Auf die andere Seite werfe ich dann, wie im Rausch, während ich möglichst an ganz was anderes denke …
Oft gelingt das nicht. Da kann ich ums Verrecken an nichts anderes denken. Dann ist scheiße. Dann wird’s halt nichts. Das ist im Eimer, dann, vergiss es, kannste knicken. Cut.
Manchmal gelingt’s aber auch, ist ja klar. Sonst wär ich ja … ich meine, was für ein Irrer, was für ein Freak, was für ein Idiot wäre ich denn, wenn es nie klappen würde?
Kann ja gar nicht sein!
(Pause.)
Ich prüfe dann: Finde ich das gut? Deckt es sich – ich ziehe den Fokus weiter auf, den Fokus in meinem Kopf – deckt sich das mit meiner Weltsicht? Diese paar Wörter da auf dem Zettel? RACHE, HASS, was war das? Deckt sich das mit meiner Erfahrung mit den Dingen, mit der Welt?
Mit den, mit den Menschen?
Oft nehme ich auch die Zeitung, um mir einen Kontrast zu verschaffen. Ein Kontrastmittel. Einen Vergleichsgegenstand … nee. Nee. Warum greife ich eigentlich zur Zeitung?
Hm.
Oder ein Buch. Ich gehe zum Bücherregal und greife ein Buch heraus. Wahllos. Einfach so, blind, baff, ein Buch. Mal aufschlagen, paar Zeilen lesen, abchecken, wie steht’s mit meinen Wörtern auf dem Zettel?
Meist nehmen die sich ziemlich mickrig daneben aus.
Na ja. Usw. usf.