Der kreative Prozess

Oktober 14th, 2010 § 1 Kommentar

Nach Tom T. Punning nach Gottfried Benn

Das ist wie beim Sex. Etwas in Ihnen schleudert etwas aus sich heraus. Sagen wir: die rechte Hand. Die linke nimmt das Ejakulat und prüft es. Riecht es gut? Ist die Konsistenz zufriedenstellend? Geschmack, Farbe, Vitalität?
Bis zu einem gewissen Grad kann eine geschickte Linke wahre Wunder vollbringen, aus einem Haufen Scheiße, mal auf gut Deutsch gesagt, eine Lilie formen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Baby, we were born to write!

Oktober 14th, 2010 § 1 Kommentar

Man kann’s ja nicht planen, das Schreiben. Das Texten kann man planen, das Schreiben nicht. Das Schreiben sollten wir als eine Gabe betrachten, wie Heinz von Foerster vorschlug. Es kommt, oder es kommt nicht. Jedenfalls kommt es aus dem grenzenlosen Nichtwissen in uns. Es ist nicht erzwingbar, nicht herstellbar. Es schreibt sich aus uns heraus, das Schreiben; wenn es sich hingegen heraus SCHRAUBT, dann ist es Schrott, dann ist es nur Texterei. Das Schreiben ist auf innere Notwendigkeit angewiesen, die sich nicht erklären lässt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Notebook

Oktober 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn’s Ihnen nichts ausmacht, dass der Einband Ihres neuen Notizheftes nicht elastisch ist; wenn Sie damit leben können, dass er nicht ledrig rot ist; wenn Sie auch Ihr Aufschreibemedium nicht permanent in der Jacketttasche mit sich führen wollen; und wenn Sie, um das Maß voll zu machen, den Namen „WRITERSBLOK“ für ein Notizbuch ohnehin für nicht diskussionswürdig erachten – dann, ja dann wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit Ihrem in Multimillionenmasse hergestellten iApparat.

Ich, darf ich, in meiner Eigenschaft als Blogozentriker, verkünden, pfeife auf iApparate. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Telly Vision

Oktober 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Bevor es das Internet gab“, erinnert sich der Blogozentriker mit einem Schmunzeln, „hab ich immer meine Tagebücher herumliegen lassen. In Pubs wie diesem hier, zum Beispiel. Ich hab das Zeug einfach ausgelegt und geguckt, wie die Leute darauf reagieren. War schon witzig.“
Das „Flann O’Brien’s“ in Dortmund. Hierher hat der Blogozentriker uns bestellt. Über seine Webseite haben wir Kontakt zu ihm aufgenommen. Um halb acht waren wir verabredet, um halb neun warten wir immer noch. Als dann ein Hüne hereinkommt, dessen Unterkiefer so schwer ist wie mein Arm, bin ich zunächst geschockt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Ü 50-Party

Oktober 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Unser Leser-Reporter Bill Fabian traute sich doch tatsächlich noch ein zweites Mal auf die Buchmesse in Frankfurt am Main! Noch einmal suchte er das Gespräch mit einem als Messehostess verkleideten notorischen No-Bestseller-Autor.
Das erste Interview, das er vor etwa einer Woche geführt hatte, erschien ihm im Nachhinein als suboptimal; er hoffte, bei der Wiederholung noch ein paar „entscheidende Stellschrauben“ drehen zu können, um „insgesamt ein befriedigenderes Ergebnis zu erzielen“. Es dauerte freilich eine Weile, bis Fabian in dem Gewühl Robert Mattheis, seines Zeichens Verfasser des Romans HOHLKÖRPER, ausfindig machen konnte.
Doch dann ging’s gleich munter los:
- Herr Mattheis, hey, wie geht’s?
- Was ist? Wie soll’s gehen? Wollen Sie mich abschleppen? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Warum der Kapitalismus nicht funktionieren kann (Teil 2):

Oktober 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Warum kann der Kapitalismus nicht funktionieren?
- Na, das geht einfach nicht!
- Ja, aber warum? Woran liegt’s?
- Hm. Tja …
- Da muss es doch einen Grund geben? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Die Legende von Po Ling

Oktober 11th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Po Ling war ein glücklicher Mann. Den ganzen Tag saß er mit seinem roten Buch unter einem Felsen und schrieb nieder, was ihm durch den Sinn ging. Er lebte von Huhn mit Reis, denn er brauchte nicht viel. Der Regen konnte ihn nicht erreichen.
Bis eines Tages der mächtige General Fui Tui des Weges kam. Der General entdeckte den glücklich lächelnden Schreiber. Um das Geheimnis von dessen Zufriedenheit zu ergründen, las er, was der stille Mann in sein rotes Buch geschrieben hatte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Leidmotiv

Oktober 8th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Sie steckten Kasper als Erstes mal in den Keller. Die Mutter vermochte keine „emotionale Bindung“ zu dem Kind aufzubauen, wie ihr Verteidiger viele Jahre später vor Gericht dozierte. Der Vater war eh ein harter Hund, selbst unter unsäglichen Misshandlungen, unter Missachtung noch der simpelsten Gebote von zwischenmenschlichem Anstand aufgewachsen. Den Verdacht, er habe seinen Vater an einem kalten Herbstabend eigenhändig totgeschlagen, nach einer Sauftour, mit Dutzenden von härtesten Tritten an den Kopf, konnte er nie endgültig ausräumen. Beweisen ließ sich das Delikt aber auch nicht.
So wuchs Kasper im Dunkeln heran, stinkend, bedeckt mit Schorf und Rotz, sich von Exkrementen nährend, des Tageslichts entbehrend. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Der romantischste Text überhaupt

Oktober 8th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Dann rief sie endlich an.
- Hey, Baby, sagte ich zärtlich.
Sie sagte:
- Hör zu. Ich hab nicht viel Zeit.
- OK.
- Ich hab nur eine Frage an dich.
- Bin ganz Ohr.
- Gibst du mir eine zweite Chance? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Probleme des Lyrikers

Oktober 7th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Ausgerechnet in Bremen die Tagung „Goethe und der Alkohol – Probleme des Lyrikers“ stattfinden zu lassen, findet Karsten Kirregaard, Hausautor von Berlin Books, „seinerseits problematisch“. Denn in Bremen, da ist sich der Bestsellerlieferant (u. a. „Schanghai Berlin“ und „Bekenntnisse einer Geisha“) „fast sicher“, sei Goethe „nie gewesen“.
Überdies, ergänzt Fritz F. Finkel, seit Anfang September beim Suhrkamp Verlag für die Sparte „Künstliches Licht. Kybernetik und Zynismus“ zuständig, gebe es bis zum heutigen Tage keine endgültige Klarheit darüber, ob Goethe nun lieber Rhein- oder Moselwein zu sich genommen hat. Fest steht nur: « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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