Bild.de live von der Frankfurter Buchmesse:

Oktober 6th, 2010 § 1 Kommentar

Es ist ein moderner „Zauberberg“ – nur schneller, europäischer, filmischer: Der Roman „Hohlkörper“ machte Robert Mattheis, der auch schon mal von Sozialhilfe leben wollte („Ich war dafür aber leider zu wohlhabend, bekam nix“), reich (annähernd 200 Euro; diese werden von seinem Verlag aber wegen einer angeblichen „Remittendenfrist“ erst etwa Ende des 21. Jahrhunderts ausgezahlt).
Jeden Morgen steht der überaus zeitkritische Autor um sieben Uhr auf, setzt sich im Bademantel an seinen Laptop und schreibt sechs Seiten (1500 Wörter) – bis 16 Uhr. Pünktlich um 18 Uhr gönnt er sich dann ein Gläschen Champagner, „manchmal auch eine Flasche Schnaps, je nach Stimmung“.
Das Gespräch führte unser Leser-Reporter Bill Fabian:

- Woher beziehen Sie die Inspiration für Ihre Bücher?
- Ich hab ja erst eins geschrieben.
- Ja, und da? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

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Oktober 6th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„We must abandon the prevalent belief in the superior wisdom of the ignorant.“
Der Blogozentriker hielt inne, das aufgeschlagene Notizbuch, in dem er gerade gelesen hatte, noch in der Hand. Ein hässliches Lächeln zog seinen Mund in die Breite, denn er dachte an diesen Leserbriefschreiber … der das Vergnügen nicht errät,
das darin besteht,
dass man auf dem Gehweg gegenüber geht.
Und während der Blogozentriker sein Notizbuch wieder in der Innentasche seines braunen Übergangsmantels verstaute, dröhnte ein Mercedes-Benz vorbei, am Lenkrad eines der üblichen Angeberarschlöcher, von denen diese ignorante Stadt, inzwischen fast eine geistbefreite Zone, voll war. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Oktopoden küsst man nicht

Oktober 5th, 2010 § 1 Kommentar

„Der Typ …“
Tom T. Punning schüttelt den Kopf. Ein Lächeln kräuselt seine Lippen. Georg, neben ihm, stapft indes missmutig daher, den Blick auf sein iPhone gesenkt, über dessen Oberfläche sein Daumen hilflos schabt. Punning, ein Kind der Fröhlichkeit, im Grunde aber traurig und deswegen permanenten Auftrumpfens mit seiner Munterkeit bedürftig, sieht das melancholische Gehabe seines Begleiters nicht gern. Man soll sich zusammenreißen! Drum drischt er ihm die flache Hand hinten aufs Rückgrat:
„Hey, Georg! Was ist? Schau nicht so bedröppelt! Die Sonne scheint doch … fast!“
„Ach“, Georg schüttelt den Klaps unwillig ab. „Ich hab mich so blamiert, vorhin …“ « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Signori

Oktober 5th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Was? Was ist?“
Bob sitzt mit seinem verlegensten Lächeln auf der Sitzbank gegenüber von Tom T. Punning und Georg. Die beiden hatten schon seit geraumer Zeit bei ihrem Lieblingsitaliener gewartet – weniger auf Bob und seine magische schlechte Laune als darauf, dass sich endlich jemand dazu herabließe, nach ihren Wünschen zu fragen. Was lange, lange nicht geschehen war. Kaum aber hatte Bob Platz genommen, war die glutäugige, rotwangige Sabrina an ihrem Tisch aufgetaucht, um munter zu krähen:
„Signori!“
Ist es da ein Wunder, dass Georg seinen Bürokollegen jetzt mit einem strafenden Blick bedenkt? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Stimulation durch Simulation

Oktober 5th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Die Frage, die mich seit jeher umgetrieben hat“, so der Blogozentriker, unnatürlich aufgeschwemmt nach seinem Klinikaufenthalt und zittriger noch als sonst (es gab nur Gerüchte, die rapportieren wir später), „ist das Verhältnis zwischen Realität und Simulation.“
Georg stöhnte auf, als das Wort „Simulation“ ausgesprochen ward. Zwischen gespreizten fünf Fingern barg er sein Gesicht. Er KONNTE diesen Stuss einfach nicht mehr hören! Gerade jetzt, wo der Blogozentriker sich entschlossen hatte, mit dem „Mord op St. Pauli“ im Kneipenkrimigewerbe mitzumischen (wir erinnern en passant an seine Aufgeschwemmtheit), schien das ständige Herumhacken auf dem Thema „Simulation“ nicht nur störend – es erschien töricht. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

tag für tag

Oktober 4th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Georg wachte auf, als dem Grafiker am Nebentisch der Laptop auf den Boden fiel („Verdammte Scheiße! Glitschig wie eine Fotze, das Ding!“). Er hob den Kopf, blinzelte, stellte die Optik scharf. Er sah Bobs glücklich grinsendes Gesicht, auf der Schreibtischseite gegenüber.
- Was ist?, murmelte Georg.
- Siehst du das hier? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Da draußen dadaheim

Oktober 4th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Ich hab da so eine Idee für ein Veranstaltungsformat. Hab ich hier am Theater auch schon vorgeschlagen, dieser merkwürdigen Dramaturgin, die immer so herumschreit. Ein ganz simples Format: eine leere Bühne und ein Mann. Ich. Und sein Lieblingstext. Titel der Reihe: „Das literarische Solo“.
- Eine Wahnsinnsidee.
- Nicht übel, oder?
- Diese Dramaturgin war doch sicher angetan?
- Sie hat zumindest nicht herumgeschrien.
- Was willst du lesen? Du warst immer so ein Thomas-Bernhard-Fan, oder? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Trixi und der Poststrukturalismus, kurz bevor Derrida das Abo der westlichen Metaphysik abbestellte

Oktober 3rd, 2010 § 1 Kommentar

Tom T. Punning war in der Stadt. Er wollte sich „mal wieder so richtig die Seele aus dem Leibe ficken“. Wenn man Tom zum ersten Mal begegnete, hatte Harry, der schwule Lyriker, mir im Geheimen anvertraut, hielte man ihn für einen Schwarzen – „und ganz sicher nicht aufgrund seiner Hautfarbe, hehe“.
Wie auch immer.
Seine sexuelle Inspiration bezog Tom – oder „Tee“, wie viele seiner Freunde ihn nannten, da er hinsichtlich seiner Ernährungsgewohnheiten einen absolut cleanen Lebenswandel pflegte – aus Kolumnen einer gewissen Suzette. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Sonntag, 14:56 h

Oktober 2nd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Mann!
Georg war echt sauer.
Der Bob!
Was sollte das denn?
Dabei musste doch diese Imagekampagne für Cyclops Media … sie waren damit noch nicht fertig!

Aber der Reihe nach.
„Treffen wir uns am Sonntag?“, hatte Georg Bob am Freitagabend (es war eigentlich eher Samstagfrüh, Frühstückszeit), nach der Arbeit, gefragt.
„Was?“
Bob hatte aufgesehen, aus kleinen, runden, entzündeten Augen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Es war nicht zum Aushalten! Kaum …

Oktober 1st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

… saßen wir auf unseren Stühlen und Tom hatte beim eingeschüchterten Kellner sein Schnitzel („aber die Pommes diesmal zackig, klar, Meister?“) bestellt, da legte Georg schon wieder mit seinem Gejammer los! Dass ihm sein Job ja schon Spaß mache, klar, schon, klar, aber auf der anderen Seite, und er sei ja nun WIRKLICH kein Jammerlappen, er sei belastbar, ein Teamplayer von ÄUSSERSTER Stressresistenz, aber doch, dieser Druck, diese Wahnsinnsarbeitsbelastung, dieses Buckeln von früh bis spät, allein für diese Zeitung ja wirklich nur GENANNTE, und zwar zu UNRECHT genannte « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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