Eine Liebesgeschichte

November 30th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Sie hatte eine Trägheit, die mich absolut faszinierte. Sogar ihre Haut zeichnete sich durch eine gewisse Dickfelligkeit aus. Dabei war sie nicht dumm, oder nicht allzu dumm. Nur leistete etwas in ihr instinktiv Widerstand gegen den hysterischen Anteil unseres Lebens. Da dieser hysterische Anteil in unserer Medienwelt der weitaus größere ist, besaß sie einige Charakteristika von weniger entwickelten Lebensformen wie Plankton. In ihr bestand eine starke Reserve, man konnte sie kaum locken. Die künstliche Hitze der Gesellschaft ging sie nichts an, sie entzog sich. Oberflächliche Reize schienen ihr ebenso wenig zu bedeuten wie tiefgründigere Angebote. Noch einmal: Eine Idiotin war sie nicht. Sie hatte nur eine so starke Schutzmauer um sich errichtet, dass jeder Reiz sie nur als Schatten erreichte. Schon der Gedanke, jemand könne etwas von ihr wollen, sich ihr in erotischer Absicht nähern, kam ihr absurd vor. Sie war total undurchdringlich, und irgendwann gab ich es auf. Wahrscheinlich hätte ich zu roheren Maßnahmen greifen müssen, zu tätlichen Übergriffen, aber dafür bin ich auch nicht der Richtige.

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