Vogelschutznetz 2.0
November 9th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
In einer handlungsorientierten Anweisung für Online-Texte wird vorgeführt, wie man Texte richtig optimiert. Da ich regen Anteil nehme an den Kapricen des Weltgeists, lese ich mir das natürlich durch.
„Ein Vogelschutznetz ist nicht dazu da die Vögel zu schützen, sondern um die Früchte von Sträuchern und Bäumen vor Bissen von Vögeln zu schützen.“
Man merkt auch als Laie sofort: Der Text ist optimierbar! Beinahe hat man den Eindruck, er hätte auch ungeschrieben bleiben können … aber wahrscheinlich hatte die Kleine einfach zu viel Vergnügen an ihrer Tipperei!
Wie auch immer, nach der Überarbeitung klingt der Content wie folgt: « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Porträt
November 9th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Ja, wie, ein Porträt?
Bob sah echt ratlos aus. So ratlos hatte selbst ich ihn selten gesehen. Er hob den Hals seines Flaschenbieres an die Lippen.
Georg kratzte sich die Nase.
- Na, wo doch der Blogozentriker 70 wird. Und Pete Doherty will ja extra einen Song zu diesem Anlass komponieren.
- Der Blogozentriker wird, sagte Bob, verstummte dann aber.
70?
Er versuchte es lieber noch mal mit dem Flaschenhals.
Konnte das denn so schwierig sein, einen Schluck Bier zu trinken?
- Und deswegen will ich eben ein Porträt von Tom T. Punning schreiben. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Kurz wie möglich
November 9th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich erschrak, als plötzlich ein Buchstabe auf meinem Bildschirm erschien. „K“. Oben auf meinem Word-Dokument. Ich zuckte zurück, als „urz wie möglich“ hinterher rasselte, weil ich dachte: „Was kommt da jetzt noch?“ Dann begriff ich, dass ich selbst ja diese Buchstabenfolge eben eingetippt hatte, als Headline, und jetzt, nach Öffnung des Programms, erschienen mit Verzögerung die Buchstaben. Wie von Geisterhand getippt. Mit zittrigen Händen schenkte ich mir erst mal einen Schluck Wasser aus der Karaffe ins Glas ein. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Des Menschen bester Freund
November 8th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Das Gestöber in meinem Kopf hörte einfach nicht auf.
Ich blickte auf die Titelseite der Zeitung, aber es war alles ein einziges Weißes Rauschen.
Ich orderte einen Cappuccino, durch das Gestöber in meinem Kopf hindurch. Meine Stimme schien ganz klar zu klingen – soweit ich das beurteilen konnte, zeigte die Bedienung, eine freundliche Brünette, keinerlei Anzeichen von Irritation.
Mir schien es allerdings, als raschelte auch meine Stimme von diesem Gestöber.
Geistesgestöber. Gedankengestöber. Gestörtheitsgestöber.
Was war nur los? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Dr. Jackal
November 7th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Nichts ist mir im Grunde so zuwider wie die Position eines Erzählers.
Nein, ich ertrage das ERZÄHLERISCHE nicht mehr. Selbst in der Kunst, so würde ich’s mal ausdrücken, hat Wert nur, was real ist. Das gilt auch fürs Ausgedachte. Alles muss real sein. Und wie soll denn bitte das Gerede eines Erzählers real sein? Wo ja schon der Vorgang des Erzählens ein Zurechtlügen darstellt? Rein per definitionem?
Das Narrative ist das genaue Gegenteil des Realen.
Kein Wunder, dass das Muster der Narrativität der Text ist, der Roman. Das Epos.
Was passiert da? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Heute hat jede Braut einen Flachmann im Strumpfband
November 6th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Inzwischen sind so viele Letzte, Endgültige Bücher geschrieben worden, Romane, Auf Die Die Bundesrepublik Gewartet Hat, Romane Zur Wende, Romane Zur Zeit, Stunde-der-Welt-Romane und „Der Turm“, dass es gut tut, mal einen Roman zu lesen, der einfach nur ein Roman ist.
Und grandios zudem.
Da kann man wirklich nur Clemens Meyer empfehlen mit seinem „Als wir träumten“. Sicherlich ist das auch kein Buch für jeden, aber wenn man mal sehen will, wie Wirklichkeit unaufdringlich und unprätentiös zu Text wird, dann sollte man unbedingt mal hineinschauen. Es wird viel getrunken, auch sehr viel geraucht, und darauf trinkt man dann noch einen … mag schon sein, es ist überhaupt eher ein Jungsbuch … wobei man seit der bundesweiten weiblichen Begeisterung für die Nationalmannschaft in solchen Klassifikationen ja auch nicht mehr so sicher sein kann.
Jedenfalls ist es ein tolles Buch. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Nackte Seelen
November 5th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Warum hast du … so einen Roman zu schreiben, das ist doch eine Sauarbeit, oder?
- Mörderisch.
- Warum hast du die „Hohlkörper“ geschrieben?
- Weil sie eigentlich „Nackte Seelen“ heißen sollten.
- Ach so? Und warum hast du den Namen geändert?
- „Nackte Seelen“ gab’s schon.
- Was ist das für ein Buch? Ist es deinem ähnlich? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Vorschuss ins Genick
November 5th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
„Seit Jahren wird dieses Buch von unserem Verlag angekündigt, aber …“
„Was ist das Problem? Was-ist-das-Prob-lem? Hä? Ich meine, wir haben fünf Millionen Vorbestellungen! In Worten: 5.000.000! Die Memoiren eines Rockkritikers, der seit bald 20 Jahren an der ‚Great German Novel’ (GGN) schreibt! Jeder, jeder will das lesen. Die Leute sind süchtig danach, die Hysterie schäumt durch die Straßen. Gestern ruft mich noch Christoph Maier von der SZ an, der ist sogar bereit, keinen Verriss zu schreiben. Ich meine, hast du auch nur den blassesten Schimmer, was das bedeutet? Das bedeutet, in Versalien, bitte: Zum ersten Mal seit der beschissenen ‚Blechtrommel’ wird von einem Roman wieder etwas – fuck, nein, scheiß auf ETWAS: zum ersten Mal wird ein Roman ERWARTET! Erwartung liegt in der Luft, Randy! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Kleinstorchesterprobe
November 5th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Was hast du denn erwartet? Na klar, Schorschi, sind das alles geistig Behinderte.
- Ah, komm, ich HALT’s nicht aus! Ich wollte denen eine Freude machen, und die …
- Aber das weißt du doch nicht erst seit heute? Ich meine, das ist doch nun WIRKLICH kein Geheimnis, dass die alle hohl in der Birne sind!
- Aber so was! Dass die meine Karl-Valentin-DVD ablehnen. Ich meine, Buhen! Stell dir das mal vor! Und Witze haben die über mich gerissen! Über meine DVD!
- Das schockt dich?
- Hättest du damit gerechnet? Nicht im Traum wäre ich … « Den Rest dieses Eintrags lesen »
„Ficktion“ kommt von „Ficken“
November 4th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Warum willn der Pisser das wissen, wer ich bin?
- Ach, der ist ganz nett …
- Der Wichser versemmelt deinen Film, und du erzählst mir, der sei ganz nett? Ich glaub, ich werd ihm die Ohren abschneiden.
- Komm, lass doch, Shank …
- Ich hab’s echt satt! Ich hab’s echt satt, verdammte Scheiße! « Den Rest dieses Eintrags lesen »