Die Idee, unter dem bahnbrechenden …
Dezember 20th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
… Pseudonym “Blogozentriker” zu publizieren, entstand aus der Not heraus. Oder sagen wir … ja, wie sagen wir’s? Man macht sich ja nicht so viele Gedanken, bevor man so eine Laufbahn einschlägt. Man wird hineingedrängt, verstehen Sie? Und plötzlich befindet man sich in einer Sackgasse, ist eingeklemmt, eingezwängt von Notwendigkeiten. Die Fülle der Möglichkeiten ist auf ein paar Krümel in der Tasche zusammengeschrumpft, und bitte, jetzt sind Sie erwachsen.
Also, wenn z. B. einer dieser Verlage, in denen ich mich hochzudienen versucht habe, gesagt hätte, eines Tages: “Werd doch Lektor bei uns!” — eventuell hätte es den Blogozentriker dann nie gegeben. Oder wenn die journalistische Karriere mir mehr Befriedigung verschafft hätte. Wenn das Theater sich gnädiger gezeigt hätte. Wenn ich mehr von dieser Kulturbetriebsgläubigkeit in mir hätte. Wenn dies nicht, wenn das nicht, wenn dies, wenn das. Sie wissen schon. Im Grunde ist die Existenz des Blogozentrikers eine ganz und gar imaginäre.
Das Eigentliche, was man schaffen muss, hat Peter Handke vorexerziert. Man sitzt mit Notizbuch und Bleistift auf einer Lichtung im Wald, unweit von Paris, und schreibt seinen nächsten Roman. Dabei folgt man — nun, manche sagen, seiner Laune, andere: seiner Exzentrizität, wieder andere: seiner Manie, seinem Narzissmus, seiner Arroganz, seinem Karrierismus, seinem Dichtertum. In Wahrheit folgt man vermutlich seinem Bleistift, denn jeder Dichter ist nur das Medium, für das er sich entschieden hat. Und darum empfindet der Dichter Achtung vor seinem Bleistift und behandelt ihn sehr sorgsam.
Und die Grillen zirpen, und die Sonne scheint, weil die Klimakatastrophe zunächst einmal ja angenehme Folgen hat für uns nördlich Kältegeschüttelte. Und auch aus diesen ersten Strahlen der Katastrophe kann der Dichter noch etwas machen, denn die Sonne kitzelt so angenehm an der Nase. Irgendwann, wenn man den Bleistift zum x-ten Male an diesem Vormittag stumpf geschrieben hat, kramt man wieder den Spitzer aus der Tasche, und während man sich ans Geschäft des Anspitzens macht, denkt man an seine Frau, natürlich, und fragt sich, was sie aus dem Hasen zaubern wird, den man gestern unter lautem Feilschen auf dem Markt gekauft hat.