Schatten aus Halogen
Dezember 20th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich erinnere mich, dass ich gerne poetisch gewesen wäre. Wie ein Gedicht. Wie der Schmerz junger, schöner Mädchen. Bei mir hat’s aber immer nur für eine Sottise gereicht, für einen dreckigen Scherz und eine Dose voll Bier. Schicksal. Von Sternen habe ich keinen blassen Schimmer, in meinem Leben kommt nicht viel vom astralen Milieu vor. Ab und an eine Befreundung für eine Science-Fiction-Geschichte, vielleicht, aber meist nicht mal das. Ich schieße nicht auf Champagnerfontänen die Stratosphärenkrümmung entlang, Engel kommen mich auch nur höchst unregelmäßig besuchen. Ich bin auf diesen Boden verbannt, verbrannte Erde, irgendein fürchterlicher Herrscher ist hier vor kurzem vorbeigezogen. Ein rücksichtsloser Drecksack. Trotzdem, wir leben wohl, auch wenn alles ist, wie es ist. Der Schnee kriecht an den sich sträubenden Ästen empor, hager und schwierig. Vom Winter zum Skelett reduziert, grimmt der Baum dem fahlen Himmel seine erwartungsvolle Verachtung zu. – Blöder Satz, oder? Ich mach mal noch ein Bier auf, bald ist es Mittag.