1.500 Artikel für die Ewigkeit
Februar 14th, 2011 § 1 Kommentar
Die Nachricht von Bobs Tod stürzte Marvin in tiefe Depressionen. Tagelang kam er nicht aus dem Bett. Seine Freunde schauten vorbei, um ihm gut zuzureden, aber er nahm sie nur als blasse Schemen wahr und empfand Erleichterung, wenn sie sich wieder verabschiedeten. Auch die Aufmunterungsversuche von Sophia, seiner Freundin, fruchteten nichts. Erst konnte Marvin sich seine abgrundtiefe Niedergeschlagenheit selbst nicht erklären; dann beschloss er, endlich das Buch zu lesen, das Bob vor vielen Jahren geschrieben hatte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Der Mann mit der eisernen Zunge
Februar 13th, 2011 § 1 Kommentar
- Dieser Mann macht mich verrückt … seit sie mir die Hand abgeschossen haben, die verdammten Belgier, finde ich keinen Frieden mehr! Oh!
Götz schwenkte seine Prothese hoch in der Luft.
Auf trat Maria, eine Kerze in der Hand, auf nackten Sohlen. Im Nachthemd.
- Bruder! Was randalierst du schon wieder herum? Hast du deine Tabletten nicht genommen?
- Ist noch Kognak da? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
2 Figuren finden 1 Autor
Februar 11th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Man hätte denken können, dass ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht hatte. Das stimmte nur so nicht. Ich hatte einfach vergessen, Georg und Bob auf die Rechnung zu setzen.
Eines Morgens, ich schlug mich gerade mit einer Strichfassung von Aischylos’ ORESTIE herum (es sollten nicht mehr als drei Schauspieler beteiligt werden – und schon im ersten Sechstel wurden zwei erschlagen), klingelte es an der Wohnungstür.
Ich brummte, und dann machte ich mich auf den Weg zur Tür. Er war nicht sehr lang, dieser Weg, denn ich habe eine kleine Wohnung und einen maßstabsgetreu kleinen Flur. (Mit etwas bösem Willen könnte man bei meiner Bleibe sogar von einem „Loch“ reden.) « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Gesprächsfetzen
Februar 10th, 2011 § 1 Kommentar
- Das ist schon ein Sonderfall, glaube ich, dass einem das Gefühl für das Land, in dem man lebt, so weggleitet, obwohl man keinen Krieg erlebt hat, keine Krise. Im Gegenteil, immer nur zunehmende Prosperität. Das scheint von allem das Schlimmste zu sein.
- Das setzt Menschen auch unter Stress?
- Die Technikphilosophen, die haben das ja schon immer gesagt. Virilio, McLuhan. Dass wir in uns, in unserem Innern, von den Medien komplett umgemodelt werden, umgedreht. Umgestaltet, höflich formuliert. Und das ist tatsächlich so. Allein dass jeder dauernd alles zu einem Handyfoto machen und herumschicken kann — für mich ist das immer wieder ein Wunder, ich kann mich daran nicht gewöhnen. Und ein Wunder ist nun einmal Stress, weil es eben in keine Normalität hineinpasst. Jedes Mal wird dein ganzes Weltbild durcheinander gehauen!
- Aber die neuen Medien bringen ja auch unendliche Erleichterungen! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Kann man mit Wörtern Schaufensterscheiben einschmeißen?
Februar 10th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Seitdem er seine markante Stahlnatur gegen ein Äußeres aus Schaumstoff getauscht hatte, bereitete Bob Macha enorme Schwierigkeiten das Wasserlassen. Und zwar war der Strahl werkseitig zu stark eingestellt. Beim Pinkeln wurde Bob jedes Mal durch das harte Strullern vom Becken zurückgedrängt. Es war wie ein Rückstoß. Zwei Mal hatte es unseren unglücklichen Helden schon auf den Rücken geworfen – zum Glück blieb er, seiner Weichheit sei Dank, in beiden Fällen unversehrt. Peinlich war’s aber allemal. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Im Altersheim für Hofnarren
Februar 9th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
- Ach, Georg. Weißt du noch? Wie wir damals, in den Gleisen von Christopher Voglers „Mythen für Hollywood“ … oder wie hieß dieses Buch?
- „Die Odyssee des Drehbuchschreibers“.
- Ja, richtig! Dieser ganze Quatsch über die „Heldenreise“ … Weißt du noch, wie wir Attila Berg in die Höhle in der DomRep* folgten? Und ihn dort gerade noch rechtzeitig stellen konnten, bevor er Bert „Big“ Bruder mitsamt seinem …
- Ich erinnere mich. Natürlich! Sonst haben wir doch nichts erlebt. Sonst waren wir nur jahrelang eingesperrt in den Schützengräben des Papierkriegs. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Was macht man als literarische Cartoonfigur, wenn man ausgedient hat?
Februar 6th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
- Und jetzt willst du dein Leben auf eine solide Grundlage stellen? Jetzt willst du seriös werden und anständig?, höhnte Julian Vandervogel, sturzbetrunken, mit seinem „Ballantine’s“ wedelnd. HÄ?
- Ich weiß nicht, ob „seriös“ und „solide“ die passenden Begriffe sind, gab Bob Macha cool zurück, leise mit den Eiswürfeln in seinem Glas klimpernd. Aber die Richtung stimmt, ja. Ich will nicht länger von der Hand in den Mund leben – metaphysisch gesehen.
- Hast du nicht ganz gut bei uns verdient?
Bert „Big“ Bruder schob in seinem Sessel (Fauteuil) seinen Bauch vor. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Me & FISTopheles
Februar 4th, 2011 § 4 Kommentare
- Habe nun, ach, Philosophie, Juristerei und auch den ganzen andern Scheiß … durchaus studiert. Mit heißem Bemühn. Und warum?
- Weil du wissen wolltest, was die Welt im Innersten zusammenhält?
- Unsinn!
- So? Warum denn?
- Weil ich einen Roman schreiben wollte! Und ich hatte diese wirklich irre, irrige Vorstellung, dass ein Roman die Welt enthalten müsse.
- Ein Roman? Die Welt? Wie soll ich mir das … « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ein Bob aus Fleisch und Blut
Februar 4th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
- Ich komm nicht mehr dazu, wirklich was zu schreiben. Das ist alles … ach!
Bob Macha stützte traurig seine Wange in die Hand. Sein alter Buddy Vandervogel stellte ihm, aus dem Hinterzimmer zurückkehrend, einen Plastikbecher mit Bier vor die Nase. Bob guckte skeptisch. Er verzog sogar ein bisschen die Nase.
- Ist das dein Ernst? Berliner Pils?
- Trink einfach, sagte Vandervogel nur und klopfte seinen schäumenden Plastikbecher gegen Bobs. Hauptsache, die Musik stimmt. Oder? Bier wird doch überbewertet.
- Was ist das eigentlich?
- „That’s The Way Of The World.“ Earth, Wind & Fire. Live 75.
- Ah.
- Nicht schlecht, oder? « Den Rest dieses Eintrags lesen »