Was macht man als literarische Cartoonfigur, wenn man ausgedient hat?
Februar 6th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
- Und jetzt willst du dein Leben auf eine solide Grundlage stellen? Jetzt willst du seriös werden und anständig?, höhnte Julian Vandervogel, sturzbetrunken, mit seinem “Ballantine’s” wedelnd. HÄ?
- Ich weiß nicht, ob “seriös” und “solide” die passenden Begriffe sind, gab Bob Macha cool zurück, leise mit den Eiswürfeln in seinem Glas klimpernd. Aber die Richtung stimmt, ja. Ich will nicht länger von der Hand in den Mund leben – metaphysisch gesehen.
- Hast du nicht ganz gut bei uns verdient?
Bert “Big” Bruder schob in seinem Sessel (Fauteuil) seinen Bauch vor. Seit seinem Bandscheibenvorfall war es ihm verboten, in dem “blattartig schlanken” face2buns zu sitzen, von dessen “Hightechhydraulik” er vorher nicht genug hatte schwärmen können.
Der ganze Mist hatte seinen Rücken ruiniert, aber das war eben der Preis des Erfolgs, basta! Weiter geht’s!
- Doch, hab ich. Und ich bin euch dankbar, wirklich.
Bob Macha kippte den letzten Rest des bernsteinfarbenen Getränks in seinen Rachen, dann schüttelte er sich.
- Grauenhaft, murmelte er.
- Bitte? Ein toller Tropfen ist das!
Bert “Big” Bruder verstand keinen Spaß, sobald es um Spirituosen ging, für die man sich zur Not auch ein Wochenende in den Alpen hätte leisten können. Klar, wenn man wie Vandervogel den billigen Supermarktfusel in sich hinein schüttete … aber für einen 1.452-Dollar-Whiskey wäre wenigstens ein Anflug von Dankbarkeit angezeigt gewesen.
Fand Bert “Big” Bruder.
- Ja, dann. Bob griff nach seinem Hut.
- Du gehst also wirklich, Bob, ja? Du ziehst das durch?
- Ich werde mich dir nicht in den Weg werfen, lallte Julian Vandervogel. Glaub das nicht, alter Freund. Auch ich habe meinen, meinen Stolz! Damit du’s weißt.
- Alles klar. Dann macht’s gut, Freunde. Und danke für alles!