Textmaschinenparkbesitzermesse
März 18th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Will davon nichts wissen.
Schick ihm einfach den Vertrag zu, er wird dann schon …
Wohin? Der Typ hat keine Webseite.
… in irgendeiner Weise reagieren, wirst sehen, dass er angekrochen … wie? Keine Webseite?
Nicht mal n Handy hat er, laut seinem Verlag, sagte Don Alfonso, der Hausmeister, der uns, seit es mit dem Blogozentriker wirtschaftlich bergab ging, auch auf dem Gebiet der Recherche unterstützte. Früher hatte er nur in seinem Kabuff gesessen und mit seiner Schrotflinte auf Besucher gezielt. Viel zu tun hatte er nicht gehabt.
Nur n kleiner Vortrag, Bob Macha hob seine Stimme, die von glockenhellem Klang war, seit sie ihn aus dem Blech von Weihnachtsengeln rekonstruiert hatten. Das kann doch nicht so schwer sein! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Startup mit Heidegger
März 18th, 2011 § 1 Kommentar
„… dass im Grunde etwa in einem guten Roman in dem ersten Satz, ich will nicht sagen jedes weitere Wort, aber jedenfalls doch die Tendenz, die Konstruktion des Ganzen mehr oder minder angelegt sein muss.“
(Th. W. Adorno, Vorlesungen zur Ästhetik, p. 330)
Ich wollte über Heidegger promovieren, über seine Formulierung vom „Zittern im Dass des Seins“. Diese fünf Worte, eines Abends im Fernsehen aufgeschnappt, hatten mich ungeheuer getroffen, sie hatten mich erschüttert, und während ich bis zur Begegnung mit ihnen aller Philosophie mehr oder minder mit einem müden Lächeln begegnet war, war ich auf einmal Feuer und Flamme, als ich sah, was Worte bewirken konnten. Wie die einen durchschütteln und umkrempeln können.
Die richtigen Worte, meine ich.
Ich hab eigentlich nur, weil Miriam darauf insistierte, von diesem Promotionsvorhaben Abstand genommen.
Du bist kein Wissenschaftler, Attila, hatte sie immer wieder gesagt, du bist einfach kein Wissenschaftler!
Sie legte damit allerdings den Finger ziemlich zielsicher in die Wunde – denn ich traute mir so eine Promotion letzten Endes selbst nicht zu. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Indianer-Horst
März 17th, 2011 § 2 Kommentare
Mit speziellem Dank in Richtung Berlin
Ich bin denen doch allen geistig HAUSHOCH überlegen!
Ich drehte mir in Ruhe meinen Joint, während Indianer-Horst tobte. Er brüllte sich die Stimme heiser, aber daran bin ich gewöhnt. Das bringt mich nicht aus dem Konzept. Passen Sie auf. Erst mal ist wichtig, dass Sie sich guten Dope besorgen. Das ist das A und O. Ohne die passende Grundlage kann Ihr ganzer Rausch nichts werden. Brauchen Sie ne gute Adresse? Diskret und immer erste Wahl? Ich kenn die besten Lieferanten in Berlin. Stadtteilspezifisch. Schreiben Sie mich einfach an, kein Problem.
Als Nächstes müssen Sie die richtige Menge verwenden … « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Die Post und die Moderne
März 17th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Pro Brief? So viel?
Nein. Pro Stunde, du Witzbold.
Das ist der Stundenlohn? Meinen Sie das im Ernst?
Na klar mein ich das ernst. Die Post ist nun mal in der Krise, so sieht’s aus. Wenn du den Job nicht willst, dann mach Platz, hinter dir steht ja schon der nächste ernsthafte Bewerber. Hallo, mein Herr, möchten Sie vielleicht …
Nein, nein, rief ich aus. Ich WILL den Job ja. Aber könnten wir nicht wenigstens auf einen Euro aufrunden?
Komm, geh. Geh zur Seite, du …
50 Cent? Wären 50 Cent akzeptabel? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
ICE 1056 MOBY DICK
März 17th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Wohin fahren Sie denn?
Ich stützte meine Hände auf die Armlehne, wuchtete meinen Hintern nach hinten, in eine etwas straffere Position, und schmiegte den Rücken an die Lehne meines ICE-Sitzes.
Franken, sagte ich.
Franken? Wo denn da?
Ich sagte ihm, wo meine Eltern herkamen.
Hm, nee. Kenn ich nicht, sagte er. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Backsteinperversionen
März 16th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Über dieses, über dieses Dings da, über seinen Blog?
Ja.
Anders kommuniziert er mit der Welt nicht mehr?
Hockt in seinem Zimmer in der Heide, zur Untermiete bei einer alten tauben Lady, und schreibt seine Artikel.
Dirk von Retzkow schob sich den Apfel noch einmal ins Gebiss. Mit einem Krachen löste sich ein weiteres kräftiges Stück von der Frucht, ein roter Mundschutz, der innen von erschütternder Weiße war, wie die Unschuld selbst, die sich nun von nikotinfleckigen Zähnen zermalmt und zermahlen werden sah. Von Retzkow war ein dicker, sich sogar selbst unangenehmer Mensch, immer anzutreffen im Trenchcoat, der, und das war das Allerwiderlichste, niemals schmutzig zu werden schien.
Aber warum denn das?, fragte Oberst Hahn nach. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Queraussteiger
März 14th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Nein, nein, nein! Der Intendant machte ein Gesicht, das so gar nicht zu seinem umgänglichen Wesen passen wollte. Aber die Auswahl an Dramaturgen, die man ihm vorgelegt hatte … Er nahm den ganzen Packen und pfefferte die Bewerbungsmappen in eine Ecke seines Büros. So heftig, dass eine Stehlampe wackelte. So geht das nicht!, blaffte er.
Aber was? Der Chefdramaturg präsentierte seine leeren Hände. Ich weiß nicht weiter. Wir haben wirklich in allen überregionalen Zeitungen Anzeigen geschaltet. Wir sind von Theater zu Theater gezogen. Am Ende haben wir sogar bei den theaterwissenschaftlichen Instituten nachgefragt. Wir sind nicht einmal davor zurückgeschreckt, bei der Dramaturgischen Gesellschaft anzuklopfen …
Was? Das habt ihr getan? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Help!
März 14th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich kann dir das nicht … ich hab keine Ahnung.
Doch. 72. Das müsste 72 erschienen sein.
Nee, wirklich. In den Listen ist das nicht, über Google hab ich auch nichts rausgefunden …
Und die Branchendienste?
Etwas glomm im Gesicht dieses Burschen. Eine Art sturer Trotz; vielleicht Dummheit, vielleicht auch jene Hartnäckigkeit, die 90 bis 99 Prozent eines jeden Genies ausmachte, dachte der Besitzer des Plattenladens. Auf jeden Fall war es unangenehm, was auch immer es war, das dort glomm, hinter diesem runden weichen Gesicht und den runden, glitzernden Brillengläsern.
Die Branchendienste erstellen ja die Listen, sagte der Plattenladenbesitzer. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Aus Doc Spielvogels Traumprotokollen:
März 11th, 2011 § 2 Kommentare
Bob.
Jetzt heul nicht gleich. Lass mich doch erst mal rein!
Ich dachte, du wärst tot?
Bin ich auch.
Im Ernst?
Irgendein Psychopath hat mir aufgelauert. Er wollte unbedingt, dass der Blogozentriker abgestellt wird.
Sieht ja übel aus … tut das weh? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Im Kartenhaus der Kartäuser
März 10th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Die Holztür öffnete sich knarrend. In der Dunkelheit der Hütte erkannte ich einen Mann. Alt, schmal, gebeugt. Nur das Mondlicht, das durch die Fenster fiel, erfüllte den Raum mit einem eulenartigen Dämmern, wie leuchtender Nebel. Er schnupperte, und Willyam, mein Araberhengst, begann nervös zu schnauben. Ich schnalzte mit der Zunge, um dem Tier zu signalisieren, dass alles okay wäre. Die Augen des Alten waren blassblaue Murmeln.
Whoever you are, sagte er, whatever led you to this place, welcome. You will not find anything fashionable, not even a concern for being different.
Ich zog meinen Hut. « Den Rest dieses Eintrags lesen »