Barbar Goi
April 27th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Selig, wer sich vor der Welt / Ohne Hass verschließt / Einen Freund am Busen hält / Und mit dem genießt.
Philosoph bist du einzig dort, wo du ahnungslos dich zeigen darfst, ohne Verlachung zu provozieren!
Blunk, sagte Georg streng, halt’s Maul!
An seinem blankbraunen Tresen schwankte Blunk, Roland C. Blunk, unser Mann fürs Große Glanzvolle Ganze, der Letzte Europäer, der Aussterbende Kulturmensch, Die Edelfeder in Zungenform, herum. Er glotzte Georg an aus schielenden Augen.
Du bist nich mein Freund, lallte er.
Nee, bin ich nicht, und ich bin froh drum, sagte Georg, seinem Bier wieder seine volle Aufmerksamkeit zuwendend. Muss ich mir wenigstens nicht deine 20-Cent-Aphorismen anhören. Er züngelte mühsam ein Quäntchen Schaum auf seine Lippen.
Schon die mangelnde Finesse deines Satzbaus, um von deinem Trinkhabitus ganz zu schweigen, hob Blunk zu einer seiner typischen Kulturverfallssuaden an, die stets den Zirkelschluss zogen von seiner angefochtenen Grandiosität zu seiner unanfechtbaren Größe … doch in diesem Moment grätschte von der anderen Seite Bob dazwischen, Bob Macha, augenblicklich noch reißunverschlüssig, bzw. reißunverschlossen, bzw. reißoffen … also die Finger im Schritt, du liebe Scheiße, noch zuzippend, was zugezippt gehörte, weil er grade vom Bruntzen kam:
Du glaubst, Blunk, nur weil du den Götzen von gestern die Treue hältst, wärst du auf der richtigen Seite? Mein Freund, Bob Macha lachte affektiert, wenn du dich da mal nicht täuschst!
Ich, murrte Blunk, ich hatte in der Schule noch Altgriechisch. Ich hab Platon im Original gelesen, die POLITEIA. Und ihr?
Wir hatten Hebräisch, sagte Georg kühl.
Nen Dreck hattet ihr! Außerdem heißt es “Brunsen”.
Gefällt mir:
Tagged:Barbaren, Kulturmenschen, Sprüche, Thekenphilosoph, Trinkspruch