Unerwarteter Vorschlag der Lektorin
Mai 4th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
- Ja, und das ist ja auch gut! Das ist ja wunderbar. Mir kam nur die Idee …
- Sie finden den Roman also nicht so gut, wenn ich Sie richtig verstehe, zwischen den Zeilen?
- Nein, doch, der ist schon gut! Gar keine Frage, der ist gut, auf seine Art. Aber ich fragte mich bei der Lektüre doch …
- Moment! „Auf seine Art“? Wie meinen Sie das?
- Na ja, ich meine nur, Ihr Roman ist ja schon speziell …
- Genau, ja. Das ist er allerdings! Bob Macha rutschte vor, auf die Kante seines Stuhls. Ich fordere mit ihm die Postmoderne in ihrer Seinsvergessenheit in die Schranken, sagte er, und seine Augen leuchteten auf. Ich glaube nämlich, dass man unserer Gegenwart mit traditionellen Erzählmustern in keinem …
- Und das ist auch alles ganz richtig und wichtig, unterbrach die Lektorin mit leisem, weichem Lispeln. Bob Macha stockte der Atem. Das Wort „fraktal“ lag ihm auf der Zunge, mit spitzen Ecken. Aber, fuhr die Lektorin fort, vielleicht könnte man den Wahnwitz noch eine Windung weiter hinaufschrauben. Das fänd ich schön.
- Aha?
- Ja.
- Und wie soll ich das tun? Ich meine, Sie wissen ja, dass jeder Text seine eigene Logik entfaltet …
- Klar.
- Also?
- Könnten Sie nicht was mit Zwergen einbauen?