Sorry, too

Mai 14th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Straße war vereist, es hatte letzte Nacht geschneit, und ich war benommen. Die Rückenoperation hatte nicht den gewünschten Erfolg gebracht, ich bestand immer noch zur Hälfte aus prasselndem, wütendem Feuer. Darum musste ich Schmerzmittel schlucken. Paracetamol. Wir waren auf dem Weg zu meinen Eltern. Mein Vater hatte wieder Blut gespuckt, und meine Mutter hatte am Telefon hysterisch herumgeschrien: „Dein Vater hat Blut gekotzt! Blut gekotzt!“
Natürlich war es keine kluge Entscheidung, darauf zu bestehen, dass ich führe. Eine Zeitlang habe ich Barbara ihre Passivität auch zum Vorworf gemacht. Ich habe innerlich mit ihr gehadert. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Hetegorener (sic!) Eindruck

Mai 13th, 2011 § 2 Kommentare

Einer der Top-100-Rezensenten von amazon.de hat sich das „Notizbuch eines Schriftstellers“ von W. Somerset Maugham vorgenommen. Man hat den Eindruck, dass auch ein Spitzenkritiker nach Zeichen bezahlt wird und deshalb auch schon mal mit Schablonen arbeitet: „Einer Notiz folgt eine ganz andere, mit einem völlig verschiedenem (sic!) Thema.“
Aber der Reihe nach. Zuerst referiert „zueribueb“ das Vorgehen des Autors: Maugham habe eines Tages aus seinen lebenslang geführten Notizbüchern eine Auswahl getroffen, und das habe „sehr hetegorene (sic!) Notizen“, ergeben, „weshalb dem Buch der rote Faden abgeht“ – nun, die Texte sind immerhin chronologisch angeordnet. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

In %

Mai 12th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

„Nee, weißte, dass das Tier das so raus furzt!“
„Die Prozentzahlen?“
„Ja, die furzt es so raus.“
„Und das ist in deinen Augen ein Symbol für Sparsamkeit?“
„Ja, wegen den Prozentzeichen!“
„Aber die Ziege FURZT die doch raus, die Prozentzeichen!“ « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Prometheus GEMAßregelt

Mai 12th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Rechnung ohne den Wirt machen – das ist bekanntlich der Fehler Nummer 1!
Und bekanntlich heißt in der Welt der Popkultur der Wirt „GEMA“. Hinter diesen vier Buchstaben versteckt sich eine ganze Verwertungsgesellschaft. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, genau gesagt (und also eigentlich ja wohl GEMAMEV).
Als Robert Mattheis, begeisterter Handpuppenspieler des Blogozentrikers (u. a. gehören Bob Macha, Doc Spielvogel und Georg Taugenichts zu seinen personae dramatis sed non gratae), seinen Roman HOHLKÖRPER schrieb, schrieb er eine Abrechnung. Aber nicht etwa mit dem Medienbetrieb, wie irgendwelche verlagseigenen Klappentexter witterten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Tolle Theorie

Mai 11th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

„Der Vorteil, wenn Sie die Welt durch die Augen eines Wahnsinnigen betrachten“, sagt Doc Spielvogel, und er wirkt dabei ganz vergnügt, „ist: Alles wird ganz klar, glasklar geradezu, und plausibel überdies. Wissen Sie, was ich für eine Theorie habe? Ich bin erst vor ein paar Tagen darauf gekommen.“
Der ehemalige Betriebspsychologe von n+2, jetzt längst Inhaber einer eigenen, gutgehenden psychotherapeutischen Praxis in Münchens Osten, lässt seine Brillengläser im Sonnenlicht am Odeonsplatz blitzen. Autos donnern, dröhnen und drosseln vorbei. Er selbst glaubt, er sehe, mit seinen zurückgekämmten grauen Haaren und dem smarten Dauerlächeln, wie Walter Benjamin aus, der große und seltsam unvollendete Theoretiker, Philosoph und Schriftsteller, der sich auf der Flucht vor den Nazis das Leben nahm, in Port Bou. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Einerseits ja, andererseits vielleicht auch nicht

Mai 11th, 2011 § 1 Kommentar

Der Modus der Entzweitheit. Bei Bob begann er schon mit dem zweiten Wort. Das zweite Wort, so Bob, müsse sich vom ersten bereits abstoßen. Müsse in scharfen Gegensatz zum Vorgänger treten. Diesen feindlich anblinzeln, ganz etwas anderes, Fremdes sein. Allein schon, so Bob, um herauszufinden, ob die Nummer 1 es ernst meinte. Darum war die Opposition auf Position zwei nötig. Um immer das Vorhergehende zu testen. Immer, immer, immer. Nur wenn es standhielt, war es wert, Bestand zu haben. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Voice-off-Bob

Mai 11th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Als auch Georg Bob schließlich darauf ansprach, dass seine Stimme sich zu einem kneipenuntauglichen Flüstern verdünnt habe, begriff der alte Schmähhans endlich den Ernst der Lage. Natürlich leistete der Dämon der Uneinsichtigkeit geraume Zeit erbittert Widerstand usw. Um’s kurz zu machen: Bob suchte nach ein paar Tagen den Arzt seines Vertrauens auf.
Doc Spielvogel ließ sich als erstes unter Zuhilfenahme eines tintengefüllten Schreibgeräts in peinigender Genauigkeit die Symptome beschreiben, dann legte er seine Fingerspitzen aneinander und brachte seine Lippen in die Form des Mundstücks einer hölzernen Blockflöte:
- Lassen Sie mich eine ketzerische Frage stellen, Bob: Wozu braucht einer eine Stimme, der von sich behauptet, er habe niemandem mehr etwas zu sagen?
Bob zog die Brauen zusammen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Oh,

Mai 10th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

er hatte viele Fehler gemacht. Keine Frage. Vor allem hatte er nicht marktschreierisch genug geschrieben, deswegen hatte ihn auch eine Redaktion nach der anderen raus geschmissen. Trotzig beharrte er auf seinem stilistischen Ideal: W. Somerset Maugham. Und setzte einen Arbeitgeber nach dem anderen in seinen Lebenslauf. Das gehe doch nicht, beschied man ihn, so lahmarschig zu schreiben! Da muss Feuer rein, das muss twittern, klirren, blitzen und Funken sprühen, am besten sogar Finken!
Manche gaben ihm einen Tritt, manche gaben sich Mühe mit ihm, wollten ihn auf den rechten Weg des Tippens zurückführen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Archipel Gula

Mai 10th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Abends hatte sie oft das Gefühl, das alles erbrechen zu müssen, all die Informationen, die sie tagsüber gesammelt hatte. Das war der Preis, der für ihre Lebensweise zu zahlen war, als Nomadin der Virtualität. Sie ritzte sich kurz ins Fleisch, in den Unterschenkel; ein feiner Schnitt mit dem Skalpell, sofort mit Jodtinktur behandelt, damit sich der menschliche Kratzer nicht zur medizinischen Katastrophe auswuchs, und der Druck war erst mal weg. Sie schwamm wieder obenauf, auf der Oberfläche der Datensintflut.
Sie musste das alles in sich hineinsaugen und weiterstrahlen – die Bilder, Sätze, Gimmicks, Scherze, Pointen, News. Meme. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Namensänderung

Mai 9th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es hat wohl keinen gewundert
die Kürze des Jahrhunderts
mit der Seriennummer 20.
Beherrscht war’s von Extremen.
Man musste sich was schämen « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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