Erfolg, made in Japan
Juni 12th, 2011 § 2 Kommentare
Ein Japaner, Takeshi Yagoda. Er kauft ein Gemälde von Pablo Picasso nur zu einem Zweck: um es aus dem Verkehr zu ziehen. Von Experten lässt er es feierlich vernichten, in einem sicheren Gelass. Eine Feuerbestattung, wenn man so will. Proteste der Öffentlichkeit, weltweit, lassen Yagoda kalt. „Mein ganzes Leben habe ich auf diesen Augenblick hin gelebt. Mein ganzes Leben war nur Vorbereitung und Opfer für diesen Akt der Zerstörung.“ Als Kind sah er das Gemälde in einem Schulbuch. Eine Reproduktion. Es verschlug ihm den Atem. Sofort wusste er: Das will, das muss ich killen! Gebannt in dieses Bild vom Bild lebte Takeshi Yagoda dahin, sehr erfolgreich, seinerseits aber auch nur ein Bild mit festem Rahmen. Was bleibt, nach dem bilderstürmerischen Akt, ist allerdings das Gefühl, dass Picasso gewonnen hat. Unerklärlich, warum.
Verdammt, das klingt nach einer Romanfigur, wie ich sie selbst gerne erfunden hätte.
Verdammt, und ich hab nicht mal nen Roman für die Figur!