Szenograph
Juni 28th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Es ist sicher toll, wenn man wichtig ist.
Paul Valéry sah auf. Er runzelte die Stirn.
Wie meinen, murrte er.
Ich meine nur. Bob Macha grinste. Ich meine, Sie sind ein Geist, von dessen Hervorbringungen sich ganze Generationen nähren werden. Ihre Cahiers, die sind ja jetzt schon legendär, obwohl sie noch gar nicht veröffentlicht sind!
Hören Sie. Paul Valéry legte Messer und Gabel ordnungsgemäß seitlich an seinem Teller ab. Ich weiß nicht, wer Sie sind, mon ami, oder welcher Dämon Sie reitet, dass Sie glauben, mich während des Verzehrs eines Roastbeefs ansprechen zu können. (Apropos: Wenn meine Kartoffeln Ihretwegen kalt werden sollten, bringe ich Sie um!) Dies vorausgeschickt, kann ich Ihnen verraten, dass es sehr wohl seine Vorteile hat, wenn man berühmt ist. Und ich rede, anders als Sie sicher glauben, nicht nur vom Ficken. Ruhm – oder vielleicht sagen wir vorerst lieber Berühmtheit – hat allerdings auch Nachteile. Zu diesen gehört, dass man nirgendwo mehr unbehelligt eine Mahlzeit zu sich nehmen kann!
Na ja. Verlegen trat Bob von einem Bein aufs andere. Ich wollte Sie ja auch gar nicht stören. Er lächelte der Begleitung von Paul Valéry zu. Ich wollte nur fragen, ob Sie mir meine Ausgabe von MONSIEUR TESTE signieren könnten …
Paul Valéry ließ einen ungnädigen Blick über das grüne Suhrkampbändchen in Bob Machas Händen gleiten. Dann schob er seine rechte Hand in sein Jackett, wo irgendwo sein Füllfederhalter hing: Na, geben Sie schon her, sagte er.