Die Stunde, da wir von der wahren Empfindung nichts wussten
Juli 31st, 2011 § 10 Kommentare
Die Salami war verzehrt, die Weinflaschen geleert. Aber der Müller hörte einfach nicht auf, mir zuzusetzen. Eines muss man zugeben: Er ist hammermäßig gescheit. Und mit dem Hammer seiner Intelligenz hämmert er auf Sie ein. Sein Wienerischer Singsang, dieser Schmäh. Das war schon phantastisch. Aber ich merkte schon daran, wie er in mir herumbohrte, dass er mich inszenieren wollte in diesem Interview. Als großen Leidensmann. Was ich ja gar nicht bin. Ich hab Phorky und mete aus dem Folterkeller von Justine de Salad gerettet, rambomäßig Maschinengewehre in die Hüften gestemmt — also bitte, Leiden?
Ich bin nicht diese Art von Schriftsteller. Ich bin Hemingway-Schule. Der hat mal ein Klosett zerschossen, mit einer Maschinenpistole, nach dem Einmarsch in Paris. Der war genauso verrückt wie ich, danke sehr.
Aber der Müller. Der Müller hörte nicht auf. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Noch eine Chance zur Neuentdeckung
Juli 30th, 2011 § 4 Kommentare
Und schon wieder ein neues Theme — hey! Augenfreundlicher, textzentriert, übersichtlich. Name: Elegant Grunge, wie diese Musikrichtung damals, die ihr wenig elegantes Ende fand, als Kurt Cobain … na ja, das ist wohl eine andere Geschichte. Apropos, Bob Macha war auch ziemlich am Ende, als ich ihn damals kennen lernte. Drogen waren allerdings keine im Spiel, höchstens Hustenpastillen. Er schluckte mehrere Packungen am Tag. Entsprechend stark litt er an Durchfall. Mir fiel er auf der Toilette eines Thai-Restaurants auf. Ich hatte damals nämlich ein Weizenbierproblem. Wer immerzu Weizenbier trinkt, geht öfter mal pieseln. Weizenbierabfall in die Ecke stellen. Und da begegnete ich mehrfach Bob Macha. Der aber, anders als ich, total nüchtern wirkte. Bis ich ihn endlich fragte, so gegen Abend, warum er eigentlich auch dauernd aufs Klo renne; er saufe doch gar nicht? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Chance zur Neuentdeckung
Juli 30th, 2011 § 1 Kommentar
Mal wieder ein neues Layout! Hey! VERTIGO! Wie der Hitchcock-Film. Mit James Stewart. Und Kim Novak. Über einen Mann, der, im Bann eines traumagetriebenen Fetischismus, mehr und mehr den Bezug zur Realität verliert. Der glaubt, man könne sich den geliebten Menschen nach seinem Bilde formen — könne sich eine Puppe nehmen und das Traumgeschöpf daraus machen. Also auch eine Art Pygmalion-Variation? Aber sicher! Genauso hab ich’s ja auch gemacht, damals, als ich Bob Macha am Flensburger Hauptbahnhof kennen lernte. Ein versoffener, dicklicher Typ in Windjacke. Bierdose zwischen den plumpen, schmutzigen Fingern. Rülpste. Wartete auf einen Zug in Richtung Norden. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Bob, Dad, ich und viele, viele andere
Juli 29th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Dr. Spielvogel nahm vorsichtig die Brille von seiner Nase. Er schaute bekümmert drein, bedachte uns mit einem gleichsam abgeblendeten Blick — aber vielleicht war es auch nur professionelle Reserve. Ein Schutzwall zwischen seinem Selbst und den demoralisierenden Erkenntnissen, die er tagtäglich zu verkünden hatte.
Er sagte: Bob Macha ist selbstverständlich geistesgestört! Um diesen Befund kommen wir nach eingehender psychologischer Untersuchung nicht herum. Seine Brille behutsam zwischen den Illustrierten auf dem Tischchen zwischen uns ablegend, fuhr er fort: Herr Macha hält sich offenbar wirklich für den Herausgeber einer Zeitschrift mit mehreren Angestellten. Besonders häufig nannte er Namen wie „Nettie Moore“, „Johnny Kröger“, vor allem aber „Georg“.
Ich presste Mutters Hand. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Schüssel voller Schlüssel
Juli 29th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Als wir das Haus betraten
in dem ich die nächsten 15 Jahre leben sollte
zum ersten Mal betraten wir es
geschlossen
die ganze Familie
dort, wo die Welt am plattesten ist « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ich halt’s nicht durch.
Juli 28th, 2011 § 6 Kommentare
Was?
Das Blogverbot.
Hab ich dir doch …
Ich meine, ich HÄTT’S schon durchgehalten, natürlich!
Aber dann?
Dann fiel mir ein …
Bob hebt das Glas an die Lippen und trinkt gierig. Gluck, gluck, gluck.
Was? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ich werd mir jetzt auch mal ein Blogverbot verhängen. Wie Phorky und mete.
Juli 27th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Du? Ja?
Warum nicht?
Na ja …
Wie, na ja?
Ist doch fast dein einziger Daseinszweck, mittlerweile, das Bloggen.
Quatsch!
Doch, klar. Sieh dich doch an.
Quatsch.
Was machst du denn sonst den ganzen Tag? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Leipziger Literaturmesse
Juli 27th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Menschen, die schlagen, sagen nicht Schwulibert, sagt er zu mir.
Er hat mir eine E-Mail geschrieben, und ich bin seiner Einladung auf einen Drink gefolgt. Man muss sich um seine Leser kümmern. Seine Orthographie hat zwar die schlimmsten Befürchtungen in mir erweckt, aber dann sagte ich mir: Bestimmt ist es nur ein Vorurteil, dass man einen Geisteskranken an seinen Stilblüten erkennt! Und ich klickte das „Antworten“-Feld an und tippte: Okay. Mehr nicht. Ich will mich ja auch nicht erpressbar machen … dafür hab ich zu viele üble Erfahrungen gemacht in den letzten Jahren. Menschen, deren überschwängliche Herzlichkeit von jetzt auf gleich in schäumenden Hass umkippte. Manierismen ohne Manieren.
Als ich in die „Pilsstube“ am Leipziger Bahnhof komme, hat er bereits sein drittes Weizenbier auf dem Tresen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Schreiben
Juli 26th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Du gehst mir wirklich auf den Sack, Mann!
Stammeln, Zittern, Lallen und Lispeln: Geisterwesen machen uns reden, sagte der Gefangene, während seine Augen in ihren Höhlen rotierten. Wir können nichts, außer davon Zeugnis abzulegen.
Junge, Junge, murmelte Erik.
Nee, nee. Man schreibt das mit Epsilon. Nehmerqualitäten hat er ja schon, sagte Fritz, von den Personalien aufschauend.
Mit Epsilon? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Waiting for Godzilla
Juli 26th, 2011 § 1 Kommentar
MAX: Godzilla. Du hier?
GODZILLA: Huaaaa.
MAX: Du willst mich einschüchtern.
GODZILLA: Grrr.
MAX: Aber ich weiß, dass du nur ein Monster bist. Nur eine Projektion.
GODZILLA: Je mange, je pense. Je pense, je mange.
MAX: Irgendein verficktes Blockbuster-Monster aus den Abfallhaufen Hollywoods.
GODZILLA: And you? What are you? What’s your name. « Den Rest dieses Eintrags lesen »