Krieg, Baby

Juli 7th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich sehe, wenn ich in den Spiegel sehe, der Sterblichkeit ins Gesicht. Ich sage das ohne jedes Pathos: Meine Zeit ist vorbei. Sie war übrigens von Anfang an vorbei. Meine Sache war von jeher eine verlorene. Ohne Glauben, ohne Vertrauen, ohne Hoffnung zog ich in die Schlacht. Ich bedaure nichts. Aber ich sehne mich auch nicht nach einer Wiederholung. Von gar nichts.
Irgendjemand schrieb mal, ich hielte mich für einen Hammer in einer Welt voller Nägel. Mag sein, dass dem so war. Mag sein, dass jemand, der so brutal geschmiedet wurde wie ich, ganz unvermeidlich irgendwann zu der Überzeugung gelangt, aus Eisen zu sein.
Ein Monster bin ich nicht gewesen. Ich habe getan, was zu tun ich ausgebildet war, was man von mir erwartete. Als Abkömmling eines Geschlechts von Soldaten habe ich Befehle erteilt. Ich habe Entscheidungen getroffen. Jemand musste die Soldaten leiten. Das habe ich übernommen. Von all den Dingen, die mir heute vorgeworfen werden, weiß ich nichts. Ich sehe die Fotos, die sie im Gerichtssaal projizieren, und ich zweifle nicht an ihrer Beweiskraft. Tatsache ist aber, dass historisch diese Dinge für mich nicht existent sind. Mag sein, sie sind real; wirklich sind sie deswegen noch lange nicht. Für mich gilt das Ideal des sauberen Soldatenhandwerks. Vergewaltigungen, Exekutionen, Folterungen waren darin nie vorgesehen.
Natürlich weiß ich, dass die Realität eine andere ist. Aber was soll ich machen. Ich bin mit jedem Urteil einverstanden.

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