Skätch

Juli 12th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Bob, ruft Georg, wie er ins Büro tritt, Bob! Was hast du denn, Bob?
Denn Bob weint. Ein Anblick, der auch härtere Herzen als das von Georg zu brechen durchaus geeignet wäre. Bob, in seinem furchtbaren grünen Jäckchen, vielleicht schon leicht angetrunken, auf jeden Fall aus allen verfügbaren Gleisen geraten. Den Kopf lässt er schwer ins Nichts hängen.
Ach, sagt Bob und winkt halbwegs ab.
Was, ach? Das erklärt doch nicht, dass du hier auf unserem Bürosofa sitzt und heulst?
Vor allem, sagt der Grafiker an seinem Rechengerät streng, erklärt es nicht, wie Bob auf einem Sofa sitzen kann, das schon längst verkauft ist. Und dann noch heulen!
Schwierige Welt, denkt Georg. Er würde jetzt neben Bob Platz nehmen, um zu trösten – wenn es da Platz gäbe. Gibt’s ja aber nicht.
Sanft legt er also aus dem Stand ungelenk den Arm um den Gefährten, der auf einem nicht existenten Sofa sitzt und weint.
Georg beschließt, den Sachverhalt sinnvoll einzukürzen: Was weinst du denn?, fragt er ebenso sanft, wie er den Arm um Bob gelegt hat.
Sport!, kräht Bob, aus seinem Weinen heraus.
Rotz schleimt ihm aus der Nase, und Georg wendet den Blick ab, weil es den Magen ihm hebt.
Sport?
Georg sieht den Grafiker hinter seinem Elektronengehirn ratlos an.
So geht’s schon den ganzen Tag, sagt dieser.
Hast du was zu Mittag gegessen?, fragt Georg Bob sanfter noch als zuvor.
Eben nicht!

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