Schreiben

Juli 26th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Du gehst mir wirklich auf den Sack, Mann!
Stammeln, Zittern, Lallen und Lispeln: Geisterwesen machen uns reden, sagte der Gefangene, während seine Augen in ihren Höhlen rotierten. Wir können nichts, außer davon Zeugnis abzulegen.
Junge, Junge, murmelte Erik.
Nee, nee. Man schreibt das mit Epsilon. Nehmerqualitäten hat er ja schon, sagte Fritz, von den Personalien aufschauend.
Mit Epsilon?
Das is n griechischer Buchstabe. Epsilon. Unser E.
Leck mich.
Treibt sich mitten in der Nacht im Internet rum. Greg zündete sich noch eine Zigarette an. Schräge Type. Aber wir werden ihn schon zum Reden bringen.
Bislang ist allerdings noch nicht besonders viel dabei raus gekommen, sagte ich. Was haben wir ihm denn jetzt schon injiziert?
Scopolamin, Thiopental, Natriumamytal. Und Alkohol. Achtzehn Gintonic.
Der hat ja inzwischen ne ganze Apotheke drin, sagte Greg.
Und ne Viertel Kneipe.
Und er behauptet nach wie vor, dass er nichts weiß?
Zäher Bursche.
April spuckte aus und erhob sich von ihrer Tischkante. April Fuhl. Sie war unser toughester Mann. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätten wir uns alle aus dem Verhörzimmer zurückziehen sollen. Sie hätte dem Griechen seine Weisheit schon entlockt. Sie hatte da ihre Methoden. Aber ich konnte mir keinen Toten in der Statistik mehr leisten.
Ruhig Blut, Brauner, sagte ich zu ihr.
Quatsch mich nicht von der Seite an, Bob!
Sie hatte schwarze Haare und eiskalte blaue Augen. Ihre Lippen waren grellrot geschminkt. Und dicke Titten hatte sie auch noch. Irres Weib.
Ich bin immer noch dein Vorgesetzter, sagte ich.
Ach ja? Lass uns nach draußen gehen und das klären.
Wartet mal! Fritz hob die Hand. Ich glaube, er sagt wieder was!
Wir näherten uns dem Zahnarztstuhl, auf dem wir den Griechen festgebunden hatten.
Was sagt er denn?
Halt mal die Klappe, dann hörstes auch!
Der Grieche grinste übers ganze Gesicht und plärrte: Die besten Erzähler sind die Wahnsinnigen, die Verrückten und die Irren.
Ich hob meine Faust: Du Narr!, zischte ich durch die Zähne.
Und ging lieber.

Tagged:, , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

You are currently reading Schreiben at der blogozentriker. Worthülsen im Dauerstress.

Meta

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.