Erlösung auf leisen Sohlen, mit einer Träne im Augenwinkel

Juli 18th, 2011 § 2 Kommentare

Wie viele Jahre haben Sie die Literatur betrieben? Zehn? Fünfzehn?
Eher zwanzig.
Zwanzig Jahre?
Ja.
Eine lange Zeit.
Es war mein Lebensinhalt, auf einer Ebene.
Da haben Sie viel investiert, in dieses Begehren, wie Sie es nennen. Das ist eine gewaltige Investition an Lebenszeit, die Sie da getätigt haben, Herr Muld.
Das waren aber immer nur destruktive Impulse, im Grunde.
Sie wollten etwas wegschreiben, ist das so? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Ausschnitt aus einem Sternfahrertagebuch

Juli 18th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Wir landeten auf dem fernen Planeten Terra Rium. Es war die letzte Expedition, die wir mit unseren geliebten Space Shuffles machen durften. Die Fluggeräte galten, obwohl ausgesprochen formschön, als extrem anfällig für Störungen und Pannen wie Explosionen, Triebwerksausfall und Flügelbruch. Viele unserer Kameraden waren beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht. Aber ehrlich gesagt, hatte das nie jemandem etwas ausgemacht. Erstens war so ein Tod ganz okay, in unseren Augen. Und zweitens genossen wir einfach zu sehr diese wunderbare Ästhetik, die uns die Space Shuffles boten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Sad Song

Juli 18th, 2011 § 5 Kommentare

Noch die härtesten Narben an den Venen können nicht darüber hinweg täuschen, dass du ein Knallkopf bist, ein Kleingeist. Du hast ein paar Songs von Lou Reed ins Schwedische übersetzt, aber das war natürlich nicht genug, um die Tatsache aus deinem Bewusstsein auszulöschen, dass dein Vater ein Idiot war, ein hartherziger Holzkopf. Das Establishment, dem du andauernd eins in die Fresse geben willst, bietet dir Nahrung und Unterschlupf. Es schützt dich davor, Farbe bekennen zu müssen, und deswegen hältst du dich im Grunde für Ungeziefer. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Aber die verdammten Psychos setzten sich …

Juli 16th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

… fest, ist ja klar, sie tauchten plötzlich in deinem Leben auf und packten dich von hinten, nahmen dich hinterrücks in den Schwitzkasten und hauchten dir: Hi! ins Ohr. Ich würde nicht mal sagen, dass es kein Entkommen vor ihnen gab, aber die Wahrscheinlichkeit, dass du, während du dich für absolut gesund und normal, frei und selbstbestimmt hältst, schon bis zum Hals in der Scheiße steckst, beobachtet wirst und gewogen und für leicht genug befunden, diese Chance ist schon sehr, sehr groß. Und was hattest du auch unternommen, um dich zu schützen? Dich selbst in eine monströse Psycho-Maschine zu verwandeln, konnte es das sein? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Foto dir deine Meinung

Juli 15th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Was für … wovon REDEN Sie denn eigentlich? Tantiemen? Was um alles in der Welt denn aber nur für TANTIEMEN?
Bob Macha, die Brauen wild und schwer gerunzelt, blickt her zu mir. Nicht gerade ungenervt. Hören Sie, sagt er in den Telefonhörer, auch wenn Ihr Name irgendwie auf den Seiten des Blogozentrikers aufgetaucht sein sollte, kann ich Ihnen doch nur die Auskunft geben … nein, nein, so ist es ganz und gar nicht. Dadurch fallen Ihnen KEINE Anteile am Urheberrecht zu. Wie? Eine GEISTIGE LEISTUNG? Dass Sie sich diesen griechischen Namen zugelegt … verstehe. Fadenwürmer. Okay. Kennt sonst kein Mensch, mag ja alles sein. Aber ich kann Ihnen trotzdem leider nicht …
Ich richtete meinen Blick wieder auf die Zeitung in meinen Händen. Die BILD. Man muss ja als Journalist auch mal was kapieren können. Darum kaufen wir uns alle die BILD. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Ne Menge Liebe und Zuneigung

Juli 15th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich hab mit einem der Gallagher-Brüder geschlafen, sagt Sally.
Was? Echt? Mit welchem?
Das muss mein Bruder gewesen sein, sagt Noel.
Sina lacht, in ihren weißen, absurd langen Wildlederstiefeln.
Ich hab mich immer gefragt, was mit der Kamera passiert ist, die sie Robbie Williams auf die Bühne geworfen haben, als er COME UNDONE zu singen anfängt.
In Knebworth? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Und mit den Schriftstellern kamen die Tränen …

Juli 15th, 2011 § 3 Kommentare

Es könnte die Stunde der Schriftsteller sein. Ist es aber nicht … es ist eher die Stunde der Clowns, wenn nicht der tastenbewegenden Strippenzieher im Hintergrund. Nicht mehr der Gentleman mit der Pfeife im rechten Mundwinkel konfiguriert unser Denken, sondern der schwitzige Nerd in der Dunkelkammer. Wir können zwar mehr Meinungen kloppen denn je. Aber die Hauptrolle spielen die Codes. Ich mache mir keine Illusionen: Die Ästhetik der Website hier ist wichtiger als die Wörter, die ich darauf verteile. Wörter sind nur noch eine Frage von 1 und 0. Auf die Kombinationen kommt es an, aufs Auge. So einen Schriftsteller mit seinem Füllfederhalter auf der Marmortischplatte können wir zur Not auch per CGI generieren. Das Resultat ist zwar immer etwas echter als echt, aber das macht ja auch nichts. Auch die Literatur war ja immer einen Tick zu echt, zu unverpisst, zu unverschissen, zu unverfickt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Gemampfte Dekonstruktion papierreligiöser Illusionen

Juli 14th, 2011 § 1 Kommentar

Da! Ist es nicht das, was du wolltest? Ein kulinarischer Romangenuss auf allerhöchstem Niveau? Und hier, gleich noch ein paar … lass es dir schmecken, du Schwein!
Phorky, sagte ich.
Halt die Fresse! Er wirbelte herum und streckte mir seinen Zeigefinger mehr oder weniger ins Nasenloch. Wenn du noch einen Mucks machst, Bob …
Aber das ist doch albern, ihm ein Buch in den Mund zu stopfen.
Albern?
Phorky sah mich mit flackerndem Blick an. Dann drehte er sich um, um Georg zu inspizieren.
Der saß da, die Hände hinter der Stuhllehne gefesselt, die Beine mit Kabelbinder an den Stuhlbeinen fixiert. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Der Tag, an dem aus ??? ?? wurde

Juli 13th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Eidechsen sind die meistunterschätzten Lebewesen.
Wer unterschätzt denn Eidechsen, Justus?
Sie sind schlauer, als man denkt. Sehr gelehrige Viecher!
Kein Mensch zweifelt daran, stöhnte Peter.
Und wusstet ihr, dass Bill Gates über ein Vermögen von 56 Milliarden Dollar verfügt?
Ne Menge Kies, murmelte Bob. Peter stapfte voran, über den Dünenkamm.
Damit ist er der zweitreichste Mensch der Welt, dozierte Justus, dabei einen Energieschokoriegel mampfend. Reicher ist nur Carlos Slim. Welch Ironie! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Re: Anfrage Artikel

Juli 12th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Für den Typen, der HOHLKÖRPER geschrieben hat

Alles fing an mit einer E-Mail. Ich wurde darin gefragt, ob ich nicht Lust hätte, eine Reportage über Georg zu schreiben, für eine Internetzeitung. Mit dem hätte ich doch eine Zeitlang sehr eng zusammengearbeitet?
Georg?, antwortete ich. Nein. Den hätte ich schon seit Urzeiten nicht mehr gesehen, auch wenn wir früher natürlich sehr vertraut gewesen seien … (Georg war damals dabei, richtig Karriere zu machen. Er bereitete sich, wie man den Medien entnehmen konnte, auf die Kandidatur für das Hamburger Bürgermeisteramt vor.) Meine Frau, die ich in der Sache befragte (immerhin hatte man mir ein ordentliches Sümmchen in Aussicht gestellt), meinte, ich solle lieber die Finger von dem Auftrag lassen.
Erinnere dich doch nur mal, sagte sie sehr ernst, wie viel es dich gekostet hat, das alles endlich hinter dir zu lassen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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