Engagier’ dich, Kamerad!
Juli 12th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Engagement? Aber ich engagiere mich doch!
Wofür? Für die Zigarren- und Whiskeyindustrie?
Für die Wahrheit, sagt Johnny Kröger. Ist das etwa nichts? Die Wahrheit, sagt er noch, während der Interviewer schon den Mund für die nächste Frage öffnet, die Wahrheit ist doch auch die Freiheit, das ist doch der Punkt!
Sie glauben also, dass die Wahrheit frei macht?
Der Interviewer blickt hinüber zu seinem Kameramann, um zu checken, ob die Aufzeichnung läuft. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, jemanden wie Johnny Kröger dabei zu filmen, wie er grundsätzlich wird? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Skätch
Juli 12th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Bob, ruft Georg, wie er ins Büro tritt, Bob! Was hast du denn, Bob?
Denn Bob weint. Ein Anblick, der auch härtere Herzen als das von Georg zu brechen durchaus geeignet wäre. Bob, in seinem furchtbaren grünen Jäckchen, vielleicht schon leicht angetrunken, auf jeden Fall aus allen verfügbaren Gleisen geraten. Den Kopf lässt er schwer ins Nichts hängen.
Ach, sagt Bob und winkt halbwegs ab.
Was, ach? Das erklärt doch nicht, dass du hier auf unserem Bürosofa sitzt und heulst? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Die Korrekturen
Juli 11th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
- Hat eigentlich der Herr Wurst schon diesen Flyer korrigiert?
- Den Wurst haben sie heute früh eingewiesen.
- Was? Schon wieder?
- Ja, er hatte sein ganzes Büro vollgeschmiert.
- Wieder mit: „Rate, Laufzeit, Kondition“? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Lutz
Juli 8th, 2011 § 2 Kommentare
Soll ich dir was sagen? Ich trinke jeden Abend ein Köpi. Wie damals, als wir uns kennen gelernt haben, in dieser Bahnhofsgaststätte. Erinnerst du dich daran?
Ob ich mich erinnere? Natürlich erinnere ich mich. Der Abend, als wir uns kennen gelernt haben. Der ganze Bahnverkehr war unter den Schneelasten zusammengebrochen. Wie sollte ich denn diesen Abend vergessen? Ich war erst morgens um fünf wieder in Berlin!
Ja, aber ich meine, das Köpi? Erinnerst du dich daran, dass es da Köpi gab?
Sie legte den Kopf schief, einige ihrer dunklen Haarsträhnen bogen sich nach außen. Köpi?
Das Bier. Ja. Er hob sein Glas. König Pilsener. Heute ein König.
Das ist doch aber ein Rostocker? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Hügel haben Ohren
Juli 7th, 2011 § 1 Kommentar
Für all die Frauen, die zu lieben ich einfach keinen Bock hatte.
Urlaub, USA. Mit der Familie unterwegs im Camper. Oma und Opa, halbtot auf dem Bett hin und her schaukelnd. Georg quengelt, weil sein iPhone schon seit einer Stunde keinen Empfang hat, Linda zeigt prahlsüchtig ihren Bauchnabel vor. Ebenfalls dabei: Lindas Freund, Heiner, den ich nicht leiden kann, ein Schriftsteller, er selbst sagt: Dichter. Er schreibt Theaterstücke. Eines wurde in Wien aufgeführt, irgendein Müll mit Müll. Man kann gegen ihn eigentlich nichts sagen, er ist wohl ein ganz netter Kerl, aber ich mag ihn nicht. Das ist was Animalisches. Vielleicht auch die Eifersucht. Vielleicht neide ich ihm seine Jugend, all das Elend, das noch vor ihm liegt, wenn er wirklich meine Tochter heiraten sollte. Menschen sind seltsame Wesen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Krieg, Baby
Juli 7th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich sehe, wenn ich in den Spiegel sehe, der Sterblichkeit ins Gesicht. Ich sage das ohne jedes Pathos: Meine Zeit ist vorbei. Sie war übrigens von Anfang an vorbei. Meine Sache war von jeher eine verlorene. Ohne Glauben, ohne Vertrauen, ohne Hoffnung zog ich in die Schlacht. Ich bedaure nichts. Aber ich sehne mich auch nicht nach einer Wiederholung. Von gar nichts.
Irgendjemand schrieb mal, ich hielte mich für einen Hammer in einer Welt voller Nägel. Mag sein, dass dem so war. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Perfektes Ende
Juli 6th, 2011 § 1 Kommentar
So richtig konnte er den Sinn nicht mehr erkennen. Die Dinge liefen ja ganz flott, das nahm alles seinen Lauf, und der war, wenn dann und wann auch mal krumm, insgesamt doch eine straighte Sache. Manche hatten den Hut vor ihm gezogen. Und bevor der letzte Vorhang fiel, dachte er, sollte er den Abgang machen. Den Beifall einsacken. Die meisten machten den Fehler, den Hals nicht voll genug bekommen zu können. Sie dachten, die Gunst des Publikums wäre ebenfalls im Abo zu haben. So war’s aber nicht. Im Abo gab’s nur Unwägbarkeiten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Wenn Schweigen die Antwort wäre, wäre ja alles halb so schlimm
Juli 5th, 2011 § 4 Kommentare
Wen?
Phorky. Ich suche Phorkyas.
Is nich da.
Kann ich mal rein und selber gucken?
Der Türsteher verzog keine Miene. Glaub nich, dass das erwünscht is, sagte er.
Das ist nicht erwünscht?
Ganz und gar nicht.
Ist denn metepsilonema da? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Beverly Hills 68464
Juli 5th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Bob Macha denkt: Ein hinkender Padre … da kann man sich auch alles Mögliche bei denken!
Es gibt keine Vergebung, sagt Pater Stern streng, sein Audienzzimmer durchquerend. Die Mundfurchen, die von seinen Nasenflügeln abgehen, ziehen sich so tief herab, dass sie sich unter dem Kinn beinahe wieder treffen. Es gibt nur den Tod, der alles auslöscht. Das ist die einzige Art von Transzendenz, die ich kennen gelernt habe in meinem jammervollen irdischen Dasein. Für die meisten Fälle reicht sie auch vollkommen aus. Aber ich verwette meinen Arsch, dass Sie sich unter „Vergebung“ etwas Netteres vorstellen, hm, Bob? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Das Geheimnis der IV
Juli 3rd, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Wer schon einmal eine Bahnhofsuhr, beispielsweise, näher ins Auge gefasst habe, erklärte Georg Baur, als Gastredner nach Stanford geladen, um mit einem „verbalen Querschuss“ für geistige Auflockerung zu sorgen nach dem schweren Bankett und dem vielen Wein (so hatte sich der Präsident der Eliteuniversität, Aaron X. Zimmerman, bei der Vorbesprechung in etwa ausgedrückt), wer also so eine Bahnhofsuhr – aber gern auch jede andere Uhr mit lateinischer Zahlenangabe – eingehend betrachte, werde feststellen, dass die Macher an einer Stelle signifikant gepatzt hätten.
Niemand im Auditorium wagte zu atmen. Fehler bei der Herstellung von Uhren? « Den Rest dieses Eintrags lesen »