Besser scheitern
August 1st, 2011 § 1 Kommentar
Dieses Jahr ist wirklich nicht gut für mich gelaufen. Allerdings war es auch nicht schlechter als die Jahre davor. Und die waren wie ein Tümpel aus Treibsand. Die einzige Richtung, in die Sie sich bewegen, wenn Sie sich bewegen, ist abwärts. Aber trotzdem: Ich bleibe meinem Traum treu. Wie die Amerikaner. Die folgen ja auch ihrem Traum, selbst wenn die ganze Welt schon über sie lacht. Das ist zuweilen natürlich schon verdammt hart. Als Autor von seinem Geschriebenen zu leben. Da muss man sich reinhängen. Man muss sich auf die Hinterbeine stellen. Und die ganze Zeit rumreisen. Von einem Gemeindezentrum zum nächsten. Von einer Minibuchhandlung in die andere. Mit massenhaft Abstechern über Kneipen. Mal aus künstlerischen Gründen, mal aus alkoholischen. Die Leute wollen, dass man seine Fresse hinhält. Gern auch mal seinen Arsch. Prinzipiell gilt bei mir: Ich mach alles, solange es keine Arbeit ist! Ich stehe sogar Modell. Sehr oft jungen Künstlern in Flensburg. Nackt. Macht mir nichts aus. Ich bin auf Leichen spezialisiert. Wasserleichen. In Flensburg liegt das nahe. Vom Teint bin ich da prädestiniert. Außerdem – der Job ist okay. Und was hat man für eine Wahl? Heute kannste nicht mehr als Adresse angeben: Ich wohne im Elfenbeinturm 1a, 212. Stock, dritte Tür rechts – aber bitte klingeln Sie nicht, da erschrecke ich immer so, klopfen Sie lieber vorsichtig an die Tür! Heute sitzt du im Keller, bei ein paar Besoffenen, die sich für literarisch gebildet halten. Daher auch der Ausdruck „Underground“. Weil das alles ziemlich weit unten stattfindet, in jeder Hinsicht. Mir ist’s wurscht. Ich hab da keine Berührungsängste. Die Massen haben die Berührungsängste.
Na, versteh´ ich auch nicht, warum die Masse/wir im Bildblog rumklicken anstatt sich hier im kühlen Kellergemach zu verlustieren.