Die stille Gewissheit, dass jetzt noch so ein Text geschrieben sein will.

August 8th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Gar nicht, weil man selbst ein Verlangen nach Text hätte. Texte haben ja auch ihre unangenehmen Seiten – man wird dafür in die Haftung genommen, danach gefragt, oft genug sogar beurteilt nach ihnen. Besser, du lässt die Finger davon. Aber dann drängt sich so ein Text an dein Herz. Und fragt: Lässt du mich sein? Schenkst du mir etwas von deinem Sein (was auch immer das sein mag), damit ich eintreten darf ins Sein? Machst du dich zur Bühne für mich, rollst mir den Buchstabenteppich aus, auf dem ich dann großmächtig hineinlatschen kann in dieses Ding, die Realität? Und du fragst gar nicht erst, protestierst nicht – weist den Bittsteller nicht darauf hin, dass auch dein Sein so fett und prall und rund nicht sei, wie’s so einem Luftfex von einem Text wohl erscheinen möge. Dass du wenig nur zu teilen hast. Dass auch du dich oft so fühlst: wie ein Textgewisch, vom Wind, dem achtlosen, gewebt, getragen nur vom leisen Zerfall der Sekunden. Er ist nicht aussprechbar, dieser Einwand, du kannst ihn nicht äußern, und selbst wenn du es könntest – wer nähm’s dir ab? Und also schreibst du, was man so schreibt, wenn man glaubt, über das dem eigenen Sein abgezwackte Sein spröder Schriftgebilde dem eigenen Sein etwas hinzufügen zu können.

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