Metamorphose

August 27th, 2011 § 5 Kommentare

Die frühen Hervorbringungen. Natürlich reichlich parfümiert und peinlich, wie alle aus stammelnder Verehrung der Literatur geborenen Texte. Nicht schaum-, sondern sabbergeboren. Man hat seine Helden, und die muss man verraten … aber man will ihnen noch folgen, ein Weilchen wenigstens noch, bitte! So grausam kann das Leben doch nicht sein, dass man immerfort töten muss, was man liebt … Einem ist ja auch klar, dass das Mist ist, was man da schreibt, dass das noch nichts ist; nur hat es eben auch keinen Zweck, den Stift ins Korn zu werfen. Es wird von allein nicht kommen, das, was da fehlt. Man muss sich erst selber grundlegend fremd werden, sich neu begegnen, diesem Idioten, den 99,9 % aller Menschen nie im Spiegel erblicken wollen, aus gutem Grund. Dem muss man ins Gesicht sehen, dieser Kreatur, dieser Heulsuse, diesem narzisstischen Drückeberger. Man muss untertauchen in seiner beängstigenden Peinlichkeit. Und dann, wenn du den nicht mehr aushältst, diesen Typen, der du aus lauter Bequemlichkeit und Alternativlosigkeit geworden bist, wenn du wirklich bereit bist, weiterzugehen, in eine neue Existenzform zu schlüpfen, dann kann das Schreiben anfangen. Vielleicht.

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§ 5 Antworten auf Metamorphose

  • Was könnte das für eine Existenzform sein, die das Schreiben ermöglicht?

    • phorkyas sagt:

      Eine virtuelle.
      (Weil sie keine Substanz gewinnt und zunächst nur als Möglichkeit existiert. – Wohin kommt man, wenn man die Unwahrheit negiert? – Noch hat man dann keine Wahrheit, keine neue Substanz, und eiert so rum bis man sich neue trigonometrische Punkte setzt, positive Positionen, nur damit das Spiel von neuem beginnt?
      .. Oder eben auf Basis einer Bakterienkultur?)

  • blogozentriker sagt:

    - Na, nee, jetzt seid mal still.
    - Wieso sollten wir still sein?
    - Weil ihr zwei nur Romanfiguren seid.
    Bob und Georg sahen sich an.
    - Und Sie? Was sind Sie?
    - Ich bin Kulturkritiker.
    - Verstehe.

  • Phorkyas sagt:

    Jetzt sehe ich das auch. So etwas wie die Roche (“Spoiler”?) fasst du nicht einmal im Chemikalienschutzanzug an. (Ich bemühe mich ums Ignorieren – “Unwürdige Themen”)

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