Harmonie

Oktober 9th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Halt bloß deine Fresse, du blöde Schlampe! Was fällt dir ein?
Weißt du was? FICK dich! Fick dich, du schwachsinniger Arschlecker!
Sie pfefferte die Plastikgabel ins Spülbecken.
Er sprang vom Tisch auf: Das werd ich tun! Ja! Ge-nau-das werd ich tun! Ich werd hingehen, und Sonjas Arsch lecken!
Tu das! Du bist doch sowieso schon seit Monaten scharf drauf!
Ach …
Dir läuft ja der SABBER aus dem Maul, sobald Sonja hier auftaucht! Klar, mach! Geh und fick unseren Babysitter!
Er presste sich beide Handflächen an den Kopf.
Wenn du dich reden hören könntest, du alberne … « Den Rest dieses Eintrags lesen »

In den Schuhspitzen DNA

Oktober 8th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ziemlich verdreht …
Wieso? Egon Windisch wandte sich mir zu, 800 m über dem Meeresboden. Nur ein schmales Eisengerüst stand zwischen mir und dem Sturz in die Tiefe. Inzwischen, das ging aus Tschtetsches SMS hervor, wussten wir zweifelsfrei, dass er der Mörder war. Ich klappte mein Handy wieder zu und sagte:
Haben denn die Opfer kein Anrecht auf Glück gehabt?
Sie hätten, knurrte Windisch, es sich halt nehmen müssen …
Das Recht des Stärkeren?
Windisch zuckte die Achseln: Des Stärkeren? Oder des Schnelleren. Vielleicht auch nur des Skrupelloseren. Aber mag sein, das läuft auf dasselbe hinaus … wer vermag sich in den Kopf eines Mörders zu versetzen?
Er stützte seine Unterarme auf das Eisengeländer. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Pixar?

Oktober 6th, 2011 § 1 Kommentar

Als einer, der nichts sehnlicher zu sein wünschte als ein Dichter, begegnete ich der Technik von früh auf mit Skepsis, um nicht zu sagen: mit hasserfüllter Verachtung. Ich erinnere mich noch, wie sich mir jedes Mal der Magen umdrehte, sobald ich in einer meiner überambitionierten Kurzgeschichten das Wort „Auto“ unterbringen sollte — ich brachte es nicht übers Herz, es stockte auf der Feder, es stülpte mir die Seele nach außen, es pumpte mir Benzin in die Adern. Also schrieb ich: „Er öffnete die Tür seines Wagens.“ Ein fauler Kompromiss, als hätte es einen Weg zurück ins Jahr 1920 gegeben …
Auch heute sehe ich Rot, wenn jemand auf seinem iPhone herumwischt oder -stochert und dabei lacht oder zufrieden brummt, oder wenn sich ihm die Haare sträuben. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Bancarotta

Oktober 6th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Er schraubte seinen Füllfederhalter zu. Den Brief, an dem er wochenlang geschrieben hatte, packte er mit weit gespreizten Fingern und knüllte ihn krampfartig zusammen. Achtlos warf er das blättrige Kügelchen in die Korbtasche, die als Papierkorbtasche diente. Dann, die Hände über der Furche zwischen den Pobacken gefaltet, trat er ans Balkontürfenster und sah hinaus. Die Stadt, eine Kaskade bewährter Dächer, in sanftem Gluckern hinab sinkend zum Fluss. Ganz hinten glitzterte majestätisch das Gold des Tejo — das Wasser eines eingebildeten Flusses allerdings, heute längst vergangen, vergraben unter Smog und Gestank, erstickt im Motorengeknatter und dem infernalischen Kreischen der Elektrischen, die sich durch enge, von Motorkarren verstopfte Gassen windet, an blinden, eingeschlagenen Hausvisagen vorbei, bergan, bergab, wie in den Straßen von San Francisco « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Das Rote Buch

Oktober 5th, 2011 § 1 Kommentar

Gut, ja, Herr Macha, da bräuchte ich als erstes mal Ihren Marketingplan …
Meinen –
Bob stutzt. Der Verleger staunt nicht minder: Ja, haben Sie denn etwa keinen Marketingplan dabei? Wie Sie Ihren Roman kalkuliert haben? Herr Macha! Das müssen wir doch wissen!
Ach so? Ich dachte, dafür wären Sie zuständig?
Aber nein! Der Verleger lacht in seinem grauen Anzug mit Weste. Wir drucken Ihr Buch. Das ist unser Job.
Also, einen Marketingplan soll ich …
Sie können ja noch einen nachliefern, sagt der Verleger und wirft das Manuskript des Romans – NACHRICHTEN VON DEN RÄNDERN DER GUTENBERGGALAXIS – auf seinen Schreibtisch. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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