Stups
November 26th, 2011 § 1 Kommentar
Bloß keine Widersprüche! Totalität des theoretischen Herangehens. Lückenlosigkeit, Unwiderlegbarkeit. Und dabei Neuheit! Das sind die Spielregeln. Aber ich will Ihnen etwas sagen, sagt Bob Macha, und seine Fingerspitzen stupsen den Stapel DIN A4 vor ihm auf dem Rednerpult in stupende Ordnung zurück. Das widerspenstige Material. Die deutsche Sprache, sagt er, ist nicht prädestiniert für Konversation. Sie ist eher geeignet, Gebäude des Sinns zu fertigen, langsam und methodisch, Ziegel um Ziegel, Stein auf Stein. So, ruft er, funktioniert Deutsch! Die deutsche Sprache ist ein ideales Werkzeug des Diskurses, fährt er fort, nach einem theatralisch weitschweifigen Blick durch das prall gefüllte Auditorium, das buchstäblich aus allen Nähten platzte – die ersten Zuhörer wurden durch den Druck, der sich unter der unerträglichen Spannung aufbaute, aus den aufspringenden Doppeltüren des Audimax’ gebläht und rutschten, mit den Ärmchen und Beinchen rudernd und planschend, über den gebohnerten Alma-Mater-Flur.
Der Franzose sagt “le lied” und der Engländer “the lied”: Das Sangbare ist dem Poetischen benachbart: Mein Herr Sie irren!