Guten Aus-Rutsch
Dezember 31st, 2011 § 4 Kommentare
Meine Scheiße! Ich hab mir fast …
Hilf ihm hoch, Phorky.
Wieso ich? Hilf du ihm doch hoch!
Phorky blitzt Tom einen bösen Blick zu.
… das Genick gebrochen.
Bob Macha, von mete in die Vertikale zurückgezogen, reibt sich den Nacken. Vorwurfsvoll. Unklar ist, wem seine Vorwürfe gelten. Immerhin kam die Idee zu diesem Foto von ihm selbst. Als Coverillustration für die letzte Ausgabe des blogozentrikers in diesem Jahr. Oben drüber die Headline: GUTEN RUTSCH! Und darunter der Blatt-Macha (haha), wie er auf einer Bananenschale ins Offene segelt. Schreckgeweitete Augen, angstvoll gespreizte Finger. Die Schuhspitze unscharf im harten Aufschwung.
Phorky hatte die Bananenschale fachmännisch aufgelegt, Tom die Digitalkamera scharf gestellt. mete hatte daneben gestanden und den ordnungsgemäßen Ablauf des Shoots (Insidersprech) überwacht. Bob Macha war mit einigen Metern Anlauf angetrabt gekommen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Form Follows Fun
Dezember 30th, 2011 § 4 Kommentare
Zünd ihn an.
Soll ich? Wirklich?
Nun mach schon, brummt Bob Macha.
Wenn er schon selber darum bittet, sagt Tom.
Aber das ist doch eine Scheiße, ruft Phorky verzweifelt aus. Acht Gläser Glühwein haben nichts daran geändert, dass er diese Hinrichtungsart als ausgesprochen bestialisch empfindet. Einen Menschen zwischen Lkw-Reifen zu stecken. Mit Benzin zu übergießen. Und –
Zünd mich an, kräht Bob Macha. Mach schon!
Können wir ihn denn nicht wenigstens vorher erschießen?, fragt Phorky flehentlich.
Hast du eine Waffe? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Weltliteratur, hausgemacht
Dezember 30th, 2011 § 1 Kommentar
Könnte ich etwas schreiben, das mir WIRKLICH etwas bedeutet?, fragt sich Bob Macha in einem alten Schulheft, das er auf dem Dachboden des großelterlichen Hauses seit über 20 Jahren aufbewahrt zwischen fauligen Stapeln von pornografischen Heften. Etwas, das aus dem Stand der Virtualität herausrutscht in den Stand des Gewünschten? Ich komme dahin. Bislang war mein Schreiben nur ein Vomleibehalten altvertrauter Gespenster, von Visagen und Wispern. Schreibend versuchte ich mich selbst zu erfinden: das Projekt Ich-Werdung. Nun habe ich immerhin den Erkenntnissprung bewältigt zur Handschrift. Der Begriff der Handschrift scheint mir, gerade in einer individualistischen Zeit wie dieser, essentiell zu sein. Meine Handschrift verrät mich: « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Elephant Grunge
Dezember 29th, 2011 § 9 Kommentare
Sagt wer?
Dann aber brach die Moderne radikal mit diesem wohlgemuten Zentralperspektivismus. Die Kunst öffnete sich für den Schock des Sehens und das Tohuwabohu des Hörens. Wo eben noch der Monismus einer gottgewollten Ordnung der Dinge geherrscht hatte, versinnbildlicht im Starren entlang der fluchtpünktlichen (etwas ratlos: Hihi) Sichtachsen, regierte jetzt das von allen Seiten akzelerierte Chaotischwerden sich emanzipiert habender Einzeldinge … das können Sie überall nachlesen! Aus dem Schlosspark von Versailles wurde das Labyrinth eines Cyberminotaurus!
Verzweiflungsvolles Wedeln mit einem ganzen Stoß von Aufzeichnungen und Stichpunkten, durch eine metallene lackschwarze Klammer zusammengehalten, während harte hohe Schritte den Flur hinunter hallen.
Bob Macha stößt die Tür zum Studio auf (BITTE RUHE), in einem Anfall puren Übermuts seinen Pappbecher mit brühheißem Kaffee auf der Nase balancierend. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Crashtestimonial
Dezember 28th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich glaube, sagt Bob Macha, das Geheimnis meines Erfolgs, wie Sie es nennen (übrigens ein kauziger Begriff angesichts meiner Verkaufszahlen, aber nun ja), besteht in meiner Authentizität.
Die nicht ganz echt ist, sagt der Interviewer mit einem Lächeln.
Nein, auch darin bin ich sehr authentisch: Meine Authentizität ist gefälscht. Versteht sich. Selbst dieser Whiskey hier …
Bob Macha hält dem Interviewer sein Glas hin. Der Interviewer nähert dem Behältnis seine Nase. Er schnuppert, hebt die Augenbrauen in rundem Bogen empor und ruft: Apfelsaft?
Immerhin, sagt Bob Macha mit einem Grinsen, ich liefere wenigstens keine sorgfältig ausgepinselten Beiträge ab, in denen ich mich von hoher Warte aus mit dem Weltgeschehen, dem Verfall der Kulturen und den rebellischen Bewegungen in der arabischen Welt auseinandersetze. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Nacht, Nachen, Nachos
Dezember 27th, 2011 § 1 Kommentar
Warten Sie mal, warten Sie mal. Sie sind WER?
Sie kennen mich doch.
Sie sind Oliver Pocher.
Richtig. Der Kandidat bekommt 10 Punkte, tröööööt. (Mit einem wiehernden Geräusch, das entfernt an ein Lachen erinnert.)
Und, und, und — man hat mich VERGIFTET, sagen Sie?
Mit Konfekt, ja, sagt Oliver Pocher. Er nickt. Er hält mit dem Rudern inne. Er sieht Bob Macha ins Gesicht. Sie wurden vergiftet, sagt Oliver Pocher, von Leuten, von denen Sie glaubten, dass sie Sie lieben. Oliver Pocher blickt in die Kamera: Hab ich das jetzt richtig gesagt? Das ist ein megamäßig mordsschwerer Satz!
Grinsen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Okay, Bob. Was wir jetzt noch brauchen, ist dein Sperma.
Dezember 25th, 2011 § 3 Kommentare
Mein …
Und dein, also, Fäkalien.
Fäkalien?
Deine Scheiße, sagt Phorky.
Scheiß einfach in diesen, mete hält Bob Macha einen etwa 50 cm langen Glaszylinder hin, in dieses Behältnis. Wir werden das dann, na ja.
Verwerten, sagt Tom.
Wartet mal, Freunde! Bob Macha springt einen Sprung nach hinten. Er hebt abwehrend die Arme. Das findet er jetzt alles schon so ein bisschen beunruhigend, wenn er ganz ehrlich sein darf, was hier passiert: Wollten wir nicht ein KUNSTPROJEKT zusammen machen?
Exakt, bestätigt mete mit einem Nicken.
Phorky sagt: Eines, das dich in der internationalen Kunstwelt ganz nach vorne katapultiert. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Des Dicken Charles Weihnachtsgeschichte
Dezember 21st, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich find’s wirklich nett, dass du den Abend mit mir verbringst, Charlie!
Hey, sagst du, kein Problem.
Dein Tresennachbar fasst dich unter hornigen Lidern liebevoll ins Auge. Oh, sagt er, das ist keine Kleinigkeit! Ich weiß sehr wohl, dass es keine Kleinigkeit ist.
Weihnachten, sagst du, weil es für dich kaum etwas Unangenehmeres gibt als überschwängliche Dankbarkeit, Weihnachten ist für mich eh keine so große Nummer, weißt du. Ich finde, all diese Familienfeste werden gnadenlos überbewertet.
Dein Nachbar klopft mit seinem Huf auf den Tresen.
Trotzdem. Wer geht schon mit einem Rentier einen trinken? Am Heiligen Abend? Und dann noch mit einem rotnasigen Rentier, das …
Darf’s noch was sein?, fragt der Wirt, den das Geklopfe angelockt hat. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Herzkammerspiel
Dezember 21st, 2011 § 2 Kommentare
Also, Sie haben, äh … Herr Macha, richtig?
Bob nickt würdevoll: Ja.
Der Chefredakteur des „SPIEGEL“ rückt seine Brille zurecht, als könnte es vielleicht an einer verschobenen Linse liegen, dass er bei diesem Gespräch nicht ganz durchblickt.
Sie waren, wenn ich das richtig sehe, der Textchef einer Online-Postille mit dem Namen, äh, hier hab ich’s: der blogozentriker. Mit einem Räuspern und semiinteressiertem Blick: Ja?
Wieder nickt Bob würdevoll. Diesmal stumm.
Der „SPIEGEL“-Chef lässt die Knipsseite seines Kugelschreibers mehrmals auf der Schreibtischplatte hüpfen, während seine Augen über das CV huschen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Deconstructing Bob
Dezember 20th, 2011 § 3 Kommentare
Steht da was von: Sein Kopf wurde bei dem Unfall vom Rumpf getrennt?
Ob da … nein, liest Georg aus der Zeitung vor, da steht: „Verlor die Kontrolle über seinen Wagen, raste in eine Mauer, das Fahrzeug ging in Flammen auf. Sofort herbeigeeilte Rettungskräfte konnten nur noch den verkohlten Leichnam bergen, und auch den nur in porösen Einzelteilen.“
Nettie Moore macht: Hm. Und blickt aus dem Fenster, im 82. Stock, auf just jenem Platz sitzend, den einst Bob Macha innehatte.
Georg liest: „Schauriges Ende einer Verfolgungsjagd.“ Die Headline.
Georg faltet die „BILD“-„Zeitung“ zusammen. Damit, liebe Nettie, dürfte das Kapitel Bob Macha wohl endgültig abgeschlossen sein, was? « Den Rest dieses Eintrags lesen »