Guten Aus-Rutsch
Dezember 31st, 2011 § 4 Kommentare
Meine Scheiße! Ich hab mir fast …
Hilf ihm hoch, Phorky.
Wieso ich? Hilf du ihm doch hoch!
Phorky blitzt Tom einen bösen Blick zu.
… das Genick gebrochen.
Bob Macha, von mete in die Vertikale zurückgezogen, reibt sich den Nacken. Vorwurfsvoll. Unklar ist, wem seine Vorwürfe gelten. Immerhin kam die Idee zu diesem Foto von ihm selbst. Als Coverillustration für die letzte Ausgabe des blogozentrikers in diesem Jahr. Oben drüber die Headline: GUTEN RUTSCH! Und darunter der Blatt-Macha (haha), wie er auf einer Bananenschale ins Offene segelt. Schreckgeweitete Augen, angstvoll gespreizte Finger. Die Schuhspitze unscharf im harten Aufschwung.
Phorky hatte die Bananenschale fachmännisch aufgelegt, Tom die Digitalkamera scharf gestellt. mete hatte daneben gestanden und den ordnungsgemäßen Ablauf des Shoots (Insidersprech) überwacht. Bob Macha war mit einigen Metern Anlauf angetrabt gekommen. Die rechte Schuhsohle hatte er vorschriftsmäßig auf der glitschigen weißlichen Bananenschaleninnenseite platziert, dann sein Gewicht so ungeschickt verlagert, dass er wirklich GESEGELT war, hoch in die Lüfte hinein, beinahe einen Looping vollführend, dann jedoch von der Gravitation im Scheitelpunkt der Parabel sacht gestoppt. Zunck, warf es ihn aufs Genick. Sein Regenschirm hatte sich mit dem gekrümmten Ende oben an einer Scheinwerferstange verfangen. Und baumelte jetzt, wie ein anonymer Ätsch-Finger, leise hin und her.
Das war wohl etwas zu viel Schwung, was, stellt Bob Macha fest.
Bissl, sagt Tom. Er kontrolliert die Bilder. Sind alle was geworden, murmelt er.
Hat sich’s wenigstens gelohnt.
Bob Macha klopft seinen cremefarbenen Trenchcoat ab.
Was machen wir denn noch?, ruft Phorky aufgeregt. Er hat sich schon wieder ein Dosenbier geangelt, obwohl mehrere Leser auf die umweltpolitische Bedenklichkeit solcher Verpackungswahl hingewiesen haben (Szenesprech).
Ich werd mal den Titel gestalten, sagt Tom. Und trabt davon.
Hm. Ich glaub, ich muss das Editorial zur Jahreswende schreiben, brummelt Bob Macha. Und schleppt sich in Richtung Studiotür, das rechte Bein leise nachziehend.
Phorky wendet sich mete zu. Hoffnungsvoll schlürft er den Schaum ab.
Und du, mein Freund?
Ich? mete schaut von seinen Notizen auf. Ich hab noch einige Aphorismen auszuarbeiten.
Lassen wir einmal die umweltethischen Bedenklichkeiten beiseite: Dosenbier ist eine ästhetisch-stilistische Katastrophe, außerdem schmeckt und klingt es besser aus gläsernem Gebinde…
Endlich dreht sich die Diskussion mal um das Wesentliche im Leben. Es soll ja tatsächlich Leute geben, die den leicht metallenen Beigeschmack des verdosten Gerstensafts ganz besonders mögen. Phorky…?
Auch ich begrüße diesen “drinkologic turn” sehr!
Wunderbar! Phorky….?