Mädel in Germany
Januar 25th, 2012 § 4 Kommentare
Mit finster verkniffenen Brauen hockte Georg hinter seinem Schreibtisch. Diese Wulff-Debatte trieb ihn um … er wollte gern etwas über die Verantwortung der Medien und den Verfall der Doppelmoral schreiben, doch fand er partout den Einstieg nicht … und so blickte er denn auf, gedankenlos in seinem tiefen Nachdenken, und sein Herz tat einen Sprung, als seine Augen sich unwillkürlich festsaugten an der Gestalt eines wunderschönen jungen Mädchens, das in diesem Moment höchster innerer Anspannung sein Büro betrat!
- Ja, oho, rief er freudig, wen haben wir denn da?
Sie war blond, die Eintretende, wie überzuckert, schlank und zierlich, mit klimpernden blauen Augen bewaffnet und von einem Kostüm wie von zartem Chanel No. 7-Duft umflossen. Nur der Gang des Mädchens, musste er sagen … ihr Fortbewegungsmodus wurde ihrer lieblichen Erscheinung nicht gerecht! Wo man ein Tänzeln erwartete, fand sich ein Trampeln, das Trippeln kam als Trotten heraus. Eckig schob die Schöne sich voran. Nichts von Grazie, glockenhellem Schwung, bestrickender Aerodynamik!
Georgs Gesichtszüge machten es ihr nach: Er starrte dämlich und verdattert.
- Halt bloß die Fresse, knurrte die Liebliche höchst unlieblich. Und knallte ihre Handtasche auf Bobs Schreibtisch.
Georg sprang auf. – Bob?, schrie er in äußerster Verzweiflung.
Ihm war, als griffe ein Dämon an seine Kehle.
Doch war die Verzweiflung Bob Machas keineswegs von minderer Qualität: – Ich weiß auch nicht, was das Schicksal sich DABEI wieder gedacht hat!, plärrte er.
An Georgs Blicken, die sich an seinem Hintern festfraßen, konnte er erkennen, dass der blogozentriker, wenn sie jetzt nicht schleunigst eine Lösung für dieses Problem fanden, in gänzlich neue Fahrwasser geraten würde!
Hihi, sehr schön!
[Ach was, einfach heiraten, eine Heirat gab es beim Blogozentriker sowieso noch nie. Grazie lernt der Kerl schon noch.]
Die Doppelpremiere: Bob heiratet Georg, und mete macht dazu: Hihi.
Ganz genau. Man tuschelt bereits und ich fürchte, dass trotz der sofort verhängten Nachrichtensperre und der verordneten Schweigepflicht, etwas an die Öffentlichkeit, respektive zu den Medien gesickert ist.
Vielleicht sollten wir es doch offiziell machen?
- Hör sofort auf, auf meinen Arsch zu glotzen!
- Oh, Bob … es ist doch nicht DEIN Arsch!
- Du meinst: Nimm es nicht persönlich?
- Genau, ja. Es ist nichts Persönliches. Es ist nur, also … es ist IRGENDEIN Arsch. Irgendein unglaublich wohlgeformter, heißer Arsch, bei dessen Anblick mir …
- Georg! Du willst doch nicht, dass ich das hier in letzter Sekunde platzen lasse, oder?
- Entschuldige! Könntest du ein bisschen auf und ab laufen? Wenn du läufst, weißt du, dann fällt es mir leichter, an etwas anderes …
- Auf und ab laufen? In DIESEM Kleid? Hast du auch nur die leiseste Ahnung …
- Wie ist es eigentlich mit der Hochzeitsnacht?
- Mit der –
- Gehen wir ins Hotel? Oder zu mir? Zu dir?